Höherer Lohn gefordert

Erste Bau-Tarifrunde endet im Streit

Berlin - Normalerweise dient der Auftakt von Tarifverhandlungen einem vorsichtigen Abtasten beider Seiten. Doch in der ersten Bau-Tarifrunde gab es gleich zu Beginn Krach.

Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die 755.000 Beschäftigten der Baubranche hat keine Annäherung gebracht. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) kritisierte nach dem Treffen am Donnerstag in Berlin die Arbeitgeber. Statt ein Angebot vorzulegen, hätten sie die IG BAU mit ihren Vorstellungen von Streichungen und Kürzungen konfrontiert.

Das sei eine Provokation, sagte IG-BAU-Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. Die Arbeitgeber wollten sich zu Details nicht äußern. Trotz der Differenzen gleich zum Auftakt vereinbarten beide Seiten für den 17. März in Wiesbaden einen neuen Verhandlungstermin.

Die IG BAU war mit einer Forderung von sieben Prozent mehr Einkommen in die Verhandlungen gegangen. Außer mehr Lohn und Gehalt sollen unter anderem die Pauschalen für Fahrtkosten und Übernachtungen angehoben werden. „Die Bauwirtschaft boomt. Wir fordern ein faires Plus und kein Minus“, sagte Schäfers nach der ersten Runde.

Arbeitgeber-Verhandlungsführer Andreas Schmieg vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) sprach in einer Mitteilung von „einem ersten konstruktiven Gespräch“. Man habe „deutlich gemacht, dass zwar die derzeitige konjunkturelle Entwicklung in der Bauwirtschaft positiv zu bewerten ist, die Lage in den Betrieben nach einer über zehn Jahre währenden Baukrise aber immer noch schwierig ist.“ Die Eigenkapitalausstattung sei „nach wie vor unzureichend und die Höhe der Lohnforderung daher in keiner Weise gerechtfertigt“, ergänzte Schmieg.

dpa

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