IG-Metall-Chef und BDI-Präsident sind dafür

Flexiblere Arbeitszeitmodelle sind im Trend

Berlin - Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, und IG-Metall-Chef Detlef Wetzel haben sich für flexiblere Arbeitszeitmodelle ausgesprochen.

 Arbeit werde künftig verstärkt auch von Zuhause geleistet, sagte Grillo der „Bild am Sonntag“ . „Und das wird dann auch vergütet.“ Dabei warnte der Industrie-Präsident vor staatlicher Überregulierung in Zeiten der zunehmenden weltweiten Vernetzung: „Wir müssen die Flexibilität der Unternehmen im internationalen Wettbewerb erhalten. Es wäre dumm, die Chancen der Digitalisierung durch Überregulierung kaputtzumachen.“

IG-Metall-Chef Detlef Wetzel forderte in diesem Zusammenhang einen „großen Deal der Zukunft“ zwischen Beschäftigten und Arbeitnehmern: „Wenn die Firmen immer mehr Flexibilität erwarten, müssen die Mitarbeiter auch ihrerseits das Recht haben, souverän mit ihrer Arbeitszeit umgehen zu dürfen. Da würde ich mich nicht auf den guten Willen der Unternehmen verlassen wollen.“

Der IG-Metall-Chef warnte in diesem Zusammenhang vor „unendlich vielen Verlierern“ und fügte hinzu: „Es wäre ein schreckliches Szenario, wenn in einer (...) Arbeitswelt 4.0 nur noch wenige Menschen die neuen Anforderungen bewältigen könnten. Das würde unendlich viele Verlierer produzieren. Wir müssen die Arbeit so organisieren, dass keiner verloren geht.“

Da sich die Produktivität deutlich erhöhe, werde in Zukunft eher weniger und kürzer gearbeitet. „Angesichts der Digitalisierung der Arbeit werden wir vielleicht sogar noch ganz froh über die demografische Entwicklung sein. Es wird nicht mehr so viele Jobs geben wie heute, aber auch weniger Menschen, die einen Arbeitsplatz suchen.“

Grillo rechnet dagegen mit einem Zuwachs an Arbeitsplätzen durch die Digitalisierung. „Wir werden in der Summe keinen Verlust von Arbeitsplätzen erleben. Wir können sogar Arbeitsplätze wieder aufbauen, wenn wir uns nicht ins Bockshorn jagen lassen. Wenn die Digitalisierung glückt, werden wir Deutschen viel erfolgreicher auf den Weltmärkten sein.“

dpa

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