Geldautomaten werden in der Nacht umgestellt

Berlin - Die Geldautomaten in Deutschland werden in der Nacht zum Samstag auf ein neues System umgestellt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert Bürger nun auf, die dann angezeigten Gebühren per Twitter zu melden.

Beim Abheben am Automaten einer fremden Bank erfährt der Kunde sofort die Gebühr und kann den Vorgang abbrechen, wenn sie ihm zu hoch ist. Außerdem fallen jene Gebühren weg, die sich die Banken bislang untereinander berechneten und die teilweise an die Kunden weitergereicht worden waren. Die Privatbanken wollen in Zukunft den Fremdkunden einheitlich 1,95 Euro berechnen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) forderte die Kunden auf, ihm zu twittern, wie hoch die Gebühren ab Samstag tatsächlich sind, um die “Preiswillkür“ zu beenden. Es sei zu erwarten, dass die Angaben an den Automaten sehr uneinheitlich erfolgen werden und dass es sogar zu unterschiedlichen Entgelten in ein und derselben Stadt kommen könne.

Die Branche steht unter dem Druck des Kartellamts, die Preise fürs Abheben bei einer fremden Bank zu senken. Vereinzelt hatten Institute früher 10 oder 15 Euro berechnet. Im Durchschnitt waren es 5,64 Euro. Die tatsächlichen Kosten für die Banken liegen Schätzungen des vzbv zufolge unter einem Euro. Aber einen Preis von 1,95 Euro lehnt der Marktführer, der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), ab.

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Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis hatte gesagt, es könne nicht sein, dass die Sparkassen-Kunden über ihre Konto-Gebühren den Kunden anderer Banken mit wenigen oder keinen Automaten das Netz finanzierten. “Das direkte und transparente Kundenentgelt führt zu einem verstärkten Wettbewerb, bei dem sich marktgerechte Preise bilden. Diesem Wettbewerb stellen sich die Sparkassen“, sagte Bernd Fieseler, Vorstandsmitglied des DSGV. Das Kartellamt beobachtet den Vorgang weiter.

Laut DSGV werden an den 25.700 Sparkassen-Geldautomaten rund 95 Prozent aller Abhebungen von den eigenen Kunden vorgenommen. Deren Zahl liege bei 45 Millionen. Der zweitgrößte Verbund ist der Volks- und Raiffeisenbanken mit 18.600 Automaten. In der Cash-Group sind Deutsche Bank, Norisbank, Postbank, Commerzbank, HypoVereinsbank, DAB-Bank und Berliner Bank zusammengefasst. Sie hat 9.000 Automaten. Der Cash-Pool umfasst Targo-Bank, Santander, SEB, Sparda-Banken, BB-Bank und Degussa-Bank und hat 2.500 Automaten.

Um die großen Unterschiede bei den Gebühren zu dokumentieren, rief der Verbraucherzentrale Bundesverband dazu auf, ihm per Twitter Kurznachrichten zu schicken, beispielsweise: #abgehoben: Geldinstitut Hintertupfing Tupfenhausen Tupfenhausenerstraße 5,60 Euro @vzbv. Dokumentiert werden sollen die Gebühren auf der Netzseite www.twitter.com/vzbv.

dapd

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