Löscher unter Druck

Gewinnwarnung beschäftigt Siemens-Aufseher

München - Siemens schafft seine Ziele nicht - das bringt Kapitän Peter Löscher in die Bredouille. Am kommenden Mittwoch muss er den Aufsehern des Konzerns die neueste Gewinnwarnung erklären.

Nach dem Schock an den Börsen durch die jüngste Gewinnwarnung von Siemens wächst der Druck auf Konzernchef Peter Löscher. Am Mittwoch (31.7.) wird das Thema auch im Fokus der Aufsichtsratssitzung des Elektrokonzerns stehen. Dabei werde Löscher den Kontrolleuren Rede und Antwort stehen müssen, warum das Unternehmen schon zum zweiten Mal innerhalb von nicht einmal drei Monaten seine Gewinnerwartungen zurücknehmen musste, wie am Freitag aus Unternehmenskreisen in München verlautete. Zu weiteren Details der Tagesordnung wollte sich Siemens nicht äußern.

Der Technologiekonzern hatte am Vortag bekanntgegeben, dass die für 2014 angepeilte operative Gewinnmarge von mindestens zwölf Prozent voraussichtlich nicht erreicht werde. Zur Begründung wurde lediglich auf „geringere Markterwartungen“ verwiesen. Die neuerlichen schlechten Nachrichten hatten die Börsen verschreckt. Zeitweise waren die Siemens-Aktien am Donnerstag um rund sieben Prozent abgesackt.

Löscher hatte bereits Anfang Mai die Prognose für das laufende Geschäftsjahr, das Ende September endet, nach unten korrigieren müssen. Der Konzern bekommt die Konjunkturflaute mit einer schwächeren Wachstumsdynamik in den Schwellenländern zu spüren. Hinzu kommen hohe Belastungen aus hausgemachten Projekt-Pannen. Dazu zählt die verspätete Lieferung von ICE-Zügen an die Deutsche Bahn sowie Verzögerungen bei der Anbindung von Nordsee-Windparks. Aber auch bei Windkraftanlagen an Land in den USA musste Siemens einen Unfall und Reparaturarbeiten vermelden. Am kommenden Donnerstag (1. August) will der Konzern die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal vorlegen.

dpa

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