Streiks gegen Sparkurs: Griechen belagern Parlament

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Streik gegen Sparkurs: In Athen belagern Demonstranten das griechische Parlament.

Athen - Athen steckt im Schulden-Schlamassel. Die Griechen sollen noch härter sparen, um neue Milliardenhilfen der europäischen Partner zu bekommen. Der Widerstand gegen die Sparprogramme wächst weiter.

Aus Protest gegen den radikalen Sparkurs in Griechenland haben am Mittwoch umfangreiche Streiks weite Teile des öffentlichen Lebens in dem Mittelmeerland lahmgelegt. Rund um den zentralen Syntagma Platz vor dem Parlament in Athen versammelten sich nach Medienschätzungen mehrere Zehntausend Menschen. Demonstranten versuchten, Zufahrtsstraßen zum abgesperrten Parlament zu blockieren. Sie pfiffen Politiker aus. Viele warfen Flaschen und andere Gegenstände.

Als einige Demonstranten die Absperrungen zu durchbrechen versuchten, wurde begrenzt Tränengas eingesetzt. Mehrere Menschen wurden in Gewahrsam genommen, berichteten Augenzeugen.

Wegen der angespannten Lage in Athen habe der Chef des griechischen Nachrichtendienstes (EYP) am Mittwoch den Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou über die Sicherheitslage informiert, berichteten griechische Medien. Zudem war am Mittwoch ein Treffen des Regierungschefs Papandreou mit dem Präsidenten der Republik, Karolos Papoulias, geplant.

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Wegen der Streiks sind Zugverbindungen, Fähren und die Athener Vorstandbahn ausgefallen. Ministerien und staatliche Unternehmen sowie viele Banken bleiben geschlossen. Um die Mittagszeit schlossen auch die Händler für drei Stunden ihre Läden. Die Tourismusbranche soll darunter nicht direkt leiden, die Fluglotsen nehmen nicht am Streik teil. Touristen sollten jedoch das Stadtzentrum Athens meiden.

Im Parlament war für den Nachmittag eine erste Debatte über das neue Milliarden-Sparprogramm angesetzt. Zu den Streiks hatten die Bewegung der “Empörten Bürger“ und die beiden größten Gewerkschaftsverbände aufgerufen.

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Die hauptsächlich über das Internet organisierte Bewegung der “Empörten Bürger“ veranstaltet seit mehr als 20 Tagen täglich Demonstrationen vor dem Parlament. Die Demonstrationen sollen bis zum Tag der Abstimmung über das Sparprogramm im Parlament am 30. Juni andauern.

Der Druck auf die Regierung wird immer stärker. Am Vorabend hatte sich ein Abgeordneter der sozialistischen Regierungspartei für unabhängig erklärt. Damit schrumpfte die Mehrheit der Sozialisten auf 155 Abgeordnete im Parlament, das insgesamt 300 Abgeordnete hat. Neuwahlen werden von Beobachtern nicht mehr ausgeschlossen.

dpa

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