Permanente Troika-Kontrolle

44 Milliarden für Athen auf einen Schlag?

Brüssel - Griechenland soll die nächsten drei Tranchen - mehr als 44 Milliarden Euro - auf einen Schlag überwiesen bekommen, wenn das Land eine permanente Troika-Kontrolle akzeptiert.

Entsprechende Pläne bestätigte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Dienstag in Brüssel. Bis Ende des Jahres seien schließlich drei Tranchen aufgelaufen. Wenn nun die Voraussetzungen für die Auszahlung erarbeitet würden, „ist es relativ logisch, dass wir nicht nur über Juni und September, sondern bis Jahresende mitbefinden“. Wichtig sei aber, „dass wir dafür einen entsprechenden Kontrollmechanismus vereinbaren“.

Die größte Tranche - die schon im Sommer fällig gewesen wäre - beläuft sich auf 31,5 Milliarden Euro. Für das dritte und vierte Quartal sieht das im Februar vereinbarte zweite Rettungsprogramm weitere Tranchen von fünf und 8,3 Milliarden Euro vor. Da es vor Ende November kein grünes Licht für die erste Tranche geben wird, sollen nun gleich alle Notkredite auf ein Mal ausgezahlt werden. Mit den gut 44 Milliarden Euro hätte Athen plötzlich wieder Luft, um seine Rechnungen und Schulden zu bezahlen.

Der verschärfte Kontrollmechanismus ist seit langem eine deutsche Forderung, weil Griechenland die Bedingungen der Euro-Retter bislang nie fristgerecht erfüllt hat. Wie genau die Kontrolle aussehen soll, darüber schwieg sich Schäuble am Dienstag aus. Denn schließlich stoße das Thema in Griechenland auf „Sensibilitäten“. Das Land wehrte sich bislang energisch gegen die dauerhafte Aufsicht durch die Troika-Kontrolleure von Europäischer Zentralbank (EZB), Internationalem Währungsfonds (IWF) und EU-Kommission. Laut Schäuble soll bis zur Sondersitzung der Eurogruppe am nächsten Dienstag eine Einigung erzielt werden.

dapd

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