Milchbauern wehren sich

Fast 10.000 deutsche Milchbauern wollen Produktion drosseln

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Ein Lieferfahrzeug wird mit Milch beladen. Foto: Michael Reichel/Illustration

Damit die Milchpreise wieder aus dem Keller kommen, sollen die erzeugten Mengen herunter. Unterstützungs-Angebote aus Brüssel stoßen bei den Landwirten bereits auf Interesse - nicht nur bei deutschen.

Berlin (dpa) - Knapp 10.000 Milchbauern in Deutschland wollen mit Hilfe von EU-Geldern ihre Produktion zeitweise drosseln, damit sich die Preise insgesamt erholen. In einer ersten Welle stellten 9947 Betriebe entsprechende Anträge, wie das Bundesagrarministerium auf Anfrage mitteilte.

Daraus dürften Hilfen von 40 Millionen Euro resultieren. Konkret sollen Landwirte 14 Cent für jedes nicht produzierte Kilogramm Milch bekommen, wenn sie die Erzeugung für drei Monate zurückfahren. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 71.300 Milchviehbetriebe.

Minister Christian Schmidt (CSU) sagte der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag), die Menge müsse kurzfristig herunter, damit der Preis steigen könne. Die meisten Anträge kamen nun aus Bayern (3264), gefolgt von Niedersachsen und Bremen (2014), Nordrhein-Westfalen (1131) und Schleswig-Holstein (1050). Aus Baden-Württemberg wurden 772 Anträge gestellt, aus Hessen 604. Zum Drosseln der Mengen, die sie an die Molkereien liefern, könnten Bauern den Kühen zum Beispiel weniger Kraftfutter geben oder Kälber mit frischer Kuhmilch füttern.

Die Zahlungen aus Brüssel sind Teil eines 500-Millionen-Euro-Pakets, aus dem 150 Millionen Euro für solche Mengenreduzierungen verwendet werden sollen. EU-weit meldeten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bisher gut 52.000 Betriebe zur Teilnahme an - neben den 9947 deutschen Höfen unter anderem 13.000 aus Frankreich, 4400 aus Irland und 4000 aus Österreich. Insgesamt können mit dem Programm 1,07 Millionen Tonnen Milch vom Markt genommen werden. Nach jetzigem Stand wären 1,06 Millionen Tonnen erreicht, darunter 286 000 Tonnen aus Deutschland.

Schmidt bekräftigte, dass sich die Branche auf zukunftsfeste Marktstrukturen verständigen solle: "Eine Erholung des Milchpreises darf nicht zur Erlahmung der Reformbemühungen führen."

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