Anstehende Tarifrunde

IG Metall fordert 5,5 Prozent mehr Lohn

Ingolstadt - Die rund 3,7 Millionen Beschäftigen in der Metall- und Elektroindustrie sollen nach dem Willen der Gewerkschaft IG Metall im kommenden Jahr fünf bis sechs Prozent mehr Lohn bekommen.

Die IG Metall will mit der Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld in die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der bayerischen Metall- und Elektroindustrie ziehen. Für diese Höhe sprach sich die Tarifkommission der IG Metall Bayern am Freitag in Ingolstadt aus. „Die Branche verdient gerade in Bayern gut“, sagte Bezirksleiter Jürgen Wechsler. Die Tarifverhandlungen für die rund 760 000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie beginnen am 14. Januar in Augsburg.

Die Arbeitgeber kritisierten die Vorstellungen der IG Metall als realitätsfern. Die Konjunktur habe sich deutschlandweit deutlich abgekühlt, warnte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie, Bertram Brossardt. „Auch die Stimmung in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie hat sich zuletzt kräftig eingetrübt, Produktion und Auftragseingänge sinken.“

Die IG Metall hält derartige Einschätzungen für Schwarzmalerei. „Die ökonomische Gesamtsituation ist keineswegs so eingetrübt, wie es die Arbeitgeber im Vorfeld von Tarifrunden grundsätzlich gern darstellen“, sagte Wechsler.

Weitere Knackpunkte in den Tarifverhandlungen dürften die Themen Altersteilzeit und Fortbildung werden. Die Arbeitgeber halten eine Ausweitung der tariflich geregelten Weiterbildung im Gegensatz zur IG Metall für überflüssig. Nach Ansicht der Gewerkschaft sollten die Beschäftigten auch Weiterbildungsangebote nutzen dürfen, die der Firma nicht unmittelbar nutzen. Brossardt sieht das hingegen als Privatsache an. „Es ist nicht einzusehen, warum der Arbeitgeber hier in die Pflicht genommen werden soll.“

Bayern und Niedersachsen waren die ersten Bezirke, die ihre konkreten Forderungen für die Tarifverhandlungen öffentlich machten. Die Tarifkommission für Niedersachsen einigte sich am Freitag auf einen Zielkorridor von 5,5 bis 6 Prozent Entgeltplus für zwölf Monate. Am kommenden Dienstag (11. November) wird die IG Metall ihre bundesweite Empfehlung abgeben, die dann nach regionalen Beratungen am 27. November endgültig festgezurrt werden soll.

dpa

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