Weniger als andere Gewerkschaften

IG Metall fordert 5,5 Prozent mehr Geld

Frankfurt/Main - Die IG Metall steuert in der Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie frühzeitig auf eine Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld zu.

Nach den einflussreichen Bezirken Bayern und Baden-Württemberg hat sich auch Gewerkschaftschef Berthold Huber am Dienstagabend in Frankfurt für diese Höhe ausgesprochen. Die noch nicht endgültig beschlossene Zahl liegt damit einen Punkt unter dem Vorjahreswert und wird in diesem Tarifjahr von anderen Gewerkschaften wie Verdi und IG BAU übertroffen.

Die Empfehlung des geschäftsführenden Vorstands für die deutsche Leitindustrie mit rund 3,7 Millionen Beschäftigten gelte für eine kurze Laufzeit von zwölf Monaten, sagte Huber. Als Ergebnis müsse mindestens der „verteilungsneutrale Spielraum“ von 3,5 Prozent sowie ein konjunktureller Zuschlag herauskommen. Angesichts überdurchschnittlicher Umsatzrenditen würden die Unternehmen damit nicht überfordert. Huber signalisierte Verhandlungsbereitschaft über flexible Bestandteile des Tarifvertrags, um auf die schlechte wirtschaftliche Situation einzelner Betriebe eingehen zu können.

Chance auf schnellen Abschluss

Mit einer Tarifpolitik für überschaubare Perioden verringere man die Gefahr, nachträglich Korrekturen anbringen zu müssen, sagte Huber. In dem Tarifkonflikt 2012 hatte die IG Metall mit einem Nachholbedarf aus dem vorhergehenden, langlaufenden Vertrag argumentiert. Das sei jetzt nicht der Fall, sagte Huber: „Wir haben in dem Sinn, wenn ich die letzten drei Jahre sehe, keinen Nachholbedarf.“ 2012 hatte die IG Metall noch 6,5 Prozent verlangt und schließlich einen Abschluss von 4,3 Prozent auf 13 Monate sowie Verbesserungen für Auszubildende und Leiharbeiter erreicht.

Er sehe Chancen auf einen schnellen Abschluss, sagte der Gewerkschaftschef. „Wir sprechen nur über Geld. Das ist ja das geringste aller Probleme“, meinte Huber mit ironischem Unterton. Der aktuelle Tarifvertrag endet am 30. April ohne nachlaufende Friedenspflicht. Bereits ab dem 19. März laufen bundesweit regionale Verhandlungen, den Auftakt machen die Tarifgebiete Bayern und Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland). Die endgültige Forderung wird noch gewerkschaftsintern einer wechselseitigen Überprüfung durch Vorstand und die regionalen Tarifkommissionen unterzogen und erst am 15. März letztendlich festgezurrt. Am Mittwoch wollten sich noch die Bezirke Mitte und NRW zur Forderungshöhe äußern.

dpa

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