Ikea wächst und wächst - trotz Krise acht Prozent mehr Umsatz

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Der weltgrößte Möbelkonzern Ikea trotzt der Krise und fährt acht Prozent mehr Umsatz ein.

Hofheim-Wallau - Der weltgrößte Möbelkonzern Ikea trotzt der Krise und fährt acht Prozent mehr Umsatz ein. Traditionell spricht das Unternehmen nicht über seinen Gewinn.

Der weltgrößte Möbelkonzern Ikea wächst in der Wirtschaftskrise stärker als erwartet. Das Unternehmen habe im aktuellen Geschäftsjahr 2009/10 seinen Umsatz um 7 bis 8 Prozent gesteigert, berichtete der neue Konzernchef des weltweit agierenden Herstellers und Händlers, Mikael Ohlsson, in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Im vorigen Geschäftsjahr 2008/09 hatten die Zahlen nahezu stagniert, die Ikea-Gruppe hatte lediglich ein weltweites Umsatzplus von 1,4 Prozent auf 21,5 Milliarden Euro genannt. Doch ab dem Sommer habe das Geschäft “dramatisch aufgeholt“ und über den internen Planungen gelegen, sagte Ohlsson.

Angaben zum Gewinn macht das von einer Stiftung geführte und nicht an der Börse notierte Unternehmen aus Schweden traditionell nicht. Nach unbestätigten Medienberichten sind in den vergangenen Jahren bei der niederländischen Holding Ingka jeweils Milliardengewinne angefallen, die zu einem großen Teil in die Expansion der Kette reinvestiert worden seien.

Der in der Schweiz lebende Ikea-Gründer Ingvar Kamprad gilt als einer der reichsten Menschen der Welt. Die Märkte hätten bis auf wenige Ausnahmen angezogen, selbst im rezessionsgebeutelten Spanien habe man 5 bis 6 Prozent Wachstum erzielt, erklärte Ohlsson, der Ikea seit gut fünf Monaten führt. Ikea werde seinen Wachstumskurs fortsetzen, dabei aber darauf achten, das eigene System nicht zu gefährden. Mit rund 15 Neueröffnungen pro Jahr liege man immer noch über dem langjährigen Schnitt.

Insgesamt gibt es 303 Ikea-Einrichtungshäuser in 37 Ländern. 268 Häuser werden vom Konzern selbst, der Rest von Lizenznehmern betrieben. Der Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben rund 123 000 Menschen. Im Vordergrund des Wachstumskurses stünden aber Investitionen in bestehende Niederlassungen, die weitere Entwicklung bereits existierender Absatzmärkte und erst an dritter Stelle die Erschließung neuer Märkte.

Der 52 Jahre alte Schwede nannte die Länder Kroatien, Serbien, Slowenien und Süd-Korea. Gerne würde Ikea auch nach Indien expandieren, schrecke aber vor der dortigen Gesetzgebung zurück: “Wir mögen keine Joint Ventures. Wir bleiben lieber unabhängig.“ “Ikea kann immer wachsen. In vielen Märkten sind wir noch sehr klein“, meinte Ohlsson.

Vor zehn Jahren habe er angenommen, dass Wachstum vor allem in Asien zu erzielen sei. “In Wirklichkeit sind wir auch in Europa stark gewachsen.“ Auch auf seinem wichtigsten Markt Deutschland habe das schwedische Möbelhaus sein Potenzial noch nicht ausgereizt. So stamme in Schweden etwa jede dritte Küche von Ikea, in Deutschland noch nicht einmal jede 20. Dies werde einen Schwerpunkt künftigen Marketings bilden.

dpa

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