Preisauftrieb bleibt schwach

Inflation verharrt bei 0,8 Prozent

Wiesbaden - Die Inflation in Deutschland bleibt niedrig. Im Oktober lagen die Verbraucherpreise wie schon seit Juli um 0,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag nach vorläufigen Berechnungen in Wiesbaden mit. Einen niedrigeren Wert gab es zuletzt im Februar 2010 mit 0,5 Prozent. Gebremst wurde der Preisauftrieb abermals durch sinkende Energiepreise. So waren etwa Heizöl und Benzin den Angaben zufolge 2,3 Prozent billiger als noch vor einem Jahr. Nahrungsmittel waren hingegen 0,7 Prozent teurer, Dienstleistungen 1,7 Prozent. Auch für ihre Wohnung mussten die Verbraucher mehr Geld aufwenden - die Nettokaltmieten stiegen um 1,6 Prozent.

Die geringe Teuerung stärkt die Kaufkraft der Verbraucher. Bei Währungshütern schürt sie hingegen die Angst vor einer Deflation, einer gefährlichen Spirale aus rückläufigen Preisen und schrumpfender Wirtschaft. Die Europäische Zentralbank strebt eine jährliche Rate von knapp unter 2 Prozent an. Gegenüber dem September sanken die Verbraucherpreise nach den Berechnungen um 0,3 Prozent.

Commerzbank-Ökonom Marco Wagner rechnet auch in den kommenden Monaten nicht mit höheren Inflationsraten: „Die quälend langsame Erholung des Euroraums dürfte den unterliegenden Preisauftrieb dämpfen.“ Hinzu komme ein Überangebot am Rohölmarkt, weshalb die Energiepreise weiter fallen dürften. Daher steuert die EZB aus Sicht der Commerzbank auf weitere Maßnahmen zu: „Die weiterhin niedrigen Inflationsraten im Euroraum unterstützen unser Argument, dass die EZB in absehbarer Zeit den breit angelegten Ankauf von Staatsanleihen beschließen wird.“

dpa/afp

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