Kleinaktionäre gehen im Telekom-Prozess leer aus

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Seit vier Jahren läuft der Anlegerprozess vor dem Oberlandesgericht.

Frankfurt/Main - Schlappe für die Kleinaktionäre der Deutschen Telekom AG: Die rund 17 000 Kläger gehen im Frankfurter Anlegerschutzprozess um den dritten Börsengang des früheren Staatsunternehmens leer aus.

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat am Mittwoch in einem Musterprozess entschieden, dass der Börsenverkaufsprospekt aus dem Jahr 2000 keine gravierenden Fehler enthielt. Die Anleger könnten daher keinen Schadensersatz geltend machen.

Der größte Anlegerprozess hatte vor vier Jahren beim Oberlandesgericht begonnen. Die ersten Klagen stammen aus dem Jahr 2001. Nach ihrer Niederlage vor dem Oberlandesgericht geben sich die klagenden Kleinaktionäre nicht zufrieden. “In diesen Minuten wird die Revision beim Bundesgerichtshof eingereicht“, erklärte der Anwalt des Musterklägers, Andreas Tilp, am Mittwoch unmittelbar nach der Verkündung des Beschlusses. Er gehe davon aus, dass der BGH die “falsche Entscheidung“ des OLG aufheben werde. Das OLG hat keinen gravierenden Fehler in dem Börsenverkaufsprospekt aus dem Jahr 2000 entdeckt und daher die Schadensersatzklagen der Anleger abgewiesen.

80 Millionen Euro Schadensersatz

Die Kläger verlangten von der Telekom, der Bundesrepublik und ihrer KfW-Bank zusammen rund 80 Millionen Euro Schadensersatz wegen ihrer Meinung nach fehlerhafter Angaben im Börsenprospekt. Die Telekom hat stets die Rechtmäßigkeit des Prospekts betont.

Die Anleger haben massive Kursverluste erlitten. Beim sogenannten dritten Börsengang waren die mehrfach überzeichneten Aktien zu einem Kurs von 63,50 Euro vor allem an Privatanleger ausgegeben worden. Danach stürzte der Kurs ab und liegt aktuell bei rund neun Euro. Bund und KfW halten gemeinsam immer noch 32 Prozent der Aktien an dem ehemaligen Staatsunternehmen.

dpa

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