Kleinere Brauereien erwarten 2012 keine Bierpreiserhöhungen

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Zahlreiche Zapfhähne sind am Dienstag in Nürnberg am Rande der Aufbauarbeiten zur Braumesse Brau Beviale an einem Stand zu sehen. Trotz wachsenden Kostendrucks der Bierbrauer drohen nach Einschätzung kleinerer Brauereien für 2012 keine nennenswerten Bierpreiserhöhungen.

Nürnberg - Trotz wachsenden Kostendrucks der Bierbrauer drohen nach Einschätzung kleinerer Brauereien für 2012 keine nennenswerten Bierpreiserhöhungen.

Höhere Preise seien in einem schwierigen Marktumfeld mit sinkendem Bierausstoß und der Dumpingpreispolitik vieler großer Brauereien nur schwer durchsetzbar, sagte der Präsident des Verbandes Privater Brauereien in Bayern, Gerhard Ilgenfritz, am Dienstag im Vorfeld der Braumesse Brau Beviale in Nürnberg. Auch die Nachfragemacht der großen Einzelhandelsketten, die die Bierpreise drückten, machten die Lage für Bierproduzenten schwierig, sagte Ilgenfritz.

An der Preisschraube könnten allenfalls noch regional verankerte Brauereien mit etablierten Marken drehen. Möglich sei das allerdings auch nur noch in Süddeutschland, wo regionale Brauereien den Vormarsch der großen Bierkonzerne bremsten, ergänzte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Werner Gloßner.

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Dieser Einschätzung widersprechen allerdings Pläne des führenden deutschen Bierhersteller, der Radeberger Gruppe: Zum 1. Februar 2012 will das Unternehmen einen Teil der Abgabepreise an Handel und Gastronomie anheben, hatte eine Sprecherin der Gruppe Ende Oktober der Nachrichtenagentur dpa bestätigt. Zum Umfang der geplanten Preiserhöhungen und den betroffenen Biermarken beziehungsweise Produkten wurden zunächst keine Angaben gemacht. Ob und wie viel die Verbraucher für die entsprechenden Produkte mehr bezahlen müssten, entschieden Handel und Gastronomie.

Unterdessen geht der Bierabsatz in Deutschland weiter zurück. Bis Ende September lag der Absatz mit knapp 75,7 Millionen Hektoliter um 0,5 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresniveau. “Hochgerechnet für das Gesamtjahr kann wieder von einer Menge auf Vorjahresniveau von 98 bis 99 Millionen Hektoliter ausgegangenen werden“, prognostizierte Ilgenfritz. In dieser Menge sei das alkoholfreie Bier bereits enthalten. Gelitten habe in diesem Jahr der Bierabsatz vor allem unter dem verregneten Juli. “Ich hätte mir gewünscht, dass wir das jetzige schöne Herbstwetter im Juli gehabt hätten“, fügte der Verbandschef hinzu.

Sorgen bereitet den Brauern weiterhin die Versorgung mit Braugerste. Trotz leicht gestiegener Erntemenge auf eine Million Tonnen deckten deutsche Landwirte nur noch die Hälfte des bei rund zwei Millionen Tonnen liegenden Bedarfs der inländischen Brauereien. Da auch in anderen EU-Ländern Braugerste knapp sei, habe sich dieser Bierrohstoff deutlich verteuert. Fast verdoppelt hätten sich die Preise für Malz. Verantwortlich für diese Entwicklung sei der wachsende Maisanbau für Biogasanlagen, sagte Ilgenfritz. “Man muss jetzt sehen, wie sich das im Jahr 2012 entwickelt. Ich sehe da nichts Gutes. Die Energiewende darf nicht zulasten der Lebensmittelerzeugung gehen“, warnte der Verbandschef.

dpa

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