GM zur Abgabe von Opel an Magna bereit

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Genral Motors ist jetzt anscheinened bereit zur Abgabe von Opel an Magna.

Berlin - Der US-Konzern General Motors (GM) ist nun doch grundsätzlich bereit, Opel an den Zulieferer Magna zu verkaufen. Alle vier Opel-Werke in Deutschland sollen erhalten werden.

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General Motors (GM) kündigte am Donnerstag an, 55 Prozent der Opel- Anteile an den österreichisch-kanadischen Autozulieferer und dessen russischen Partner Sberbank zu verkaufen. Eine entsprechende Empfehlung habe der GM-Verwaltungsrat ausgesprochen, teilte GM Europe mit. Weitere zehn Prozent soll die Belegschaft übernehmen. GM will demnach 35 Prozent an der neuen Gesellschaft “New Opel“ halten. Eine endgültige Vereinbarung könnte sich damit bis nach der Bundestagswahl Ende September hinziehen. 

GM zeigt sich damit nach monatelangem Tauziehen bereit, Opel aus dem Konzern herauszulösen. Die endgültigen Details müssen noch ausgehandelt werden. Den Zuschlag soll der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna erhalten. Magna will zusammen mit der russischen Sberbank und dem Autohersteller Gaz bei Opel einsteigen. Damit hätte sich der Wunschkandidat von Bund und Ländern durchgesetzt.

GM-Chef Fritz Henderson wollte Bundeskanzlerin Angela Merkel noch am Donnerstagnachmittag über die Entscheidung telefonisch informieren, erfuhr dpa. GM-Vize John Smith war zuvor zu weiteren Gesprächen nach Berlin gereist.

Merkel: Geduld hat sich ausgezahlt

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich am Donnerstag Nachmitttag „hocherfreut“ über die Entwicklung. „Ich freue mich außerordentlich“, sagte die Regierungs-Chefin gegenüber der Presse. Sie betonte aber auch: „Der Neuanfang wird nicht einfach sein.“  Die Weichen für Opel und Opel-Europa seien jetzt aber gestellt, so Merkel. Die weiteren Verhandlungen mit General Motors und  den anderen Partnern bezeichnete Angela Merkel als „beherrschabnbar“.

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Die Opel-Treuhandgesellschaft kündigte an, ihr Beirats- Vorsitzender Fred Irwin und der GM-Verhandlungsführer John Smith würden ab 16.15 Uhr in Berlin “die Entscheidung über einen Investor für die Übernahme des Mehrheitsanteils an Opel/Vauxhall verkünden“. Deutschland will das Konsortium Magna/Sberbank nach den ursprünglichen Abmachungen mit 4,5 Milliarden Euro unterstützen. GM wird bei einem Verkauf aber an Opel beteiligt bleiben. Zweiter Bieter neben Magna war der Finanzinvestor RHJ International, den Bund und Länder ablehnten.

Magna hatte in seinem Angebot zugesichert, dass alle vier deutschen Opel-Standorte erhalten bleiben. Opel beschäftigt derzeit mehr als 25 000 Mitarbeiter in Deutschland. Einen deutlichen Stellenabbau wird es aber auch mit Magna geben. Unklar ist, wie die anderen EU-Länder mit Opel-Werken auf die Vereinbarungen zwischen Detroit und Berlin reagieren.

Die Verständigung mit General Motors kam unerwartet. Vor der Verwaltungsratssitzung in Detroit war damit gerechnet worden, dass der Autokonzern eine Festlegung zu Opel erneut vertagt. Zudem wurde in dem Spitzengremium ein Verbleib von Opel unter dem GM-Konzerndach erwogen. Formal hat nun die Opel-Treuhand das letzte Wort über einen Opel-Verkauf. Im Beirat der Treuhand, die 65 Prozent der Opel-Anteile hält, sitzen Vertreter von Bund, Ländern und GM.

Vom Tisch sind damit offenbar vorerst Modelle, die Mehrheit an Opel an den belgischen Investor RHJI zu geben, Opel im GM-Konzern zu behalten oder in die Insolvenz zu schicken. Die Bundesregierung hatte sich stets für Magna ausgesprochen, ebenso wie der Betriebsrat von Opel, der vehement gegen ein Verbleiben des europäischen Autobauers im US-Konzern plädiert hatte. Magna hatte in Aussicht gestellt, alle deutschen Standorte zu erhalten. In Deutschland hat der Autobauer rund 25.000 Beschäftigte.

Keine Zugeständnisse an General Motors

Die Bundesregierung hat beim Opel-Verkauf keine weiteren Zugeständnisse an den US-Autokonzern General Motors (GM) gemacht. Es gebe keine weitergehenden Verpflichtungen für den Steuerzahler als die bereits bekannten Finanzierungshilfen von Bund und Ländern, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Donnerstag aus Regierungskreisen in Berlin. GM wolle lediglich eine formale Bestätigung des deutschen Finanzierungsangebots. Neben dem Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro, der Opel seit Monaten über Wasser hält, wollen Bund und Länder dem Opel-Käufer Magna weitere 3 Milliarden Euro an Bürgschaften gewähren.

Kredite hätten zurückgezahlt werden müssen

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte GM in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gedroht, die bislang gewährten 1,5 Milliarden Euro Überbrückungshilfe müssten bei einem Verbleib Opels unter dem Dach des US-Konzerns zurückgezahlt werden. Außerdem könne es die zweite Tranche, die zusätzlichen 3 Milliarden Euro Bürgschaft, nicht für einen Schließungsplan in Deutschland geben. Auch SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier forderte am Mittwochabend in Wiesbaden den Erhalt aller deutschen Werke. Es werde kein öffentliches Geld für ein Sanierungskonzept geben. 

dpa/ap/mol

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