Laut Medienberichten

Einigung zur Elektroauto-Förderung soll kurz bevorstehen

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Auch in Deutschland soll die Verbreitung von E-Fahrzeugen künftig gefördert werden. Foto: Jan Woitas

Berlin - In vielen Ländern wird die Elektromobilität staatlich gefördert - in Deutschland kommt sie bisher nicht vom Fleck. Das soll sich ändern, ein Paket zum stärkeren Anschub von E-Fahrzeugen ist fast zu Ende verhandelt. Auch die Autoindustrie dringt auf Klarheit.

Das in der großen Koalition lange umstrittene Paket zur Förderung von Elektroautos ist so gut wie fertig. Nach dpa-Informationen aus Koalitionskreisen soll es in der kommenden Woche aber noch einen Termin geben, bei dem über Fragen der genauen Ausgestaltung der Förderung gesprochen werden soll.

In der Debatte waren zuletzt etwa befristete Ausnahmen für Elektroautos von der Kfz-Steuer, aber auch direkte Kaufzuschüsse.

Die "Welt am Sonntag" berichtete, die Bundesregierung habe sich inzwischen auf eine weitgehende Förderung von E-Fahrzeugen geeinigt. Das Konzept sollten beim Autogipfel zwischen Bundesregierung und Automanagern an diesem Dienstag (26. April) bekanntgegeben werden. Der Branchenverband VDA pochte auf rasche Planungssicherheit.

Vorigen Donnerstag hatte es schon Signale gegeben, dass eine Einigung nach monatelangem Ringen bevorsteht. "Die Automobilhersteller haben eine angemessene Beteiligung an der Förderung zugesagt", hieß es in einem Papier zur Klausur der Fraktionsspitzen von Union und SPD in Rust (Baden-Württemberg), das dpa vorlag.

Demnach soll es Anfang der Woche auch Klarheit in der Frage direkter Kaufprämien für Elektrofahrzeuge geben. Zuletzt hatte man sich hier nicht verständigen können - SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sprach von "ordnungspolitischen Differenzen". Dagegen war die Koalition sich weitgehend einig, dass eine zehnjährige Befreiung von der Kfz-Steuer und ein Ausbau des Ladenetzes den schleppenden Anlauf der E-Mobilität voranbringen sollen. Vom Ziel, bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen zu haben, ist der Bund noch meilenweit entfernt.

Über Zuschüsse zum Kauf der "Stromer" wird seit langem debattiert. Während Befürworter wie Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) dies als hilfreich einschätzen, warnen Skeptiker vor einem künstlichen Konjunkturprogramm für die gut verdienende deutsche Autobranche. "Die (Elektroautos) müssen sich ohne Subventionen durchsetzen, im Wettbewerb", sagte der Autoexperte Stefan Bratzel der Zeitung.

Der Branchenverband VDA setzt auf ein verbindliches Abkommen. "Wir hoffen, dass es nun rasch Klarheit in der Frage gibt, damit Kunden, die sich für ein Elektroauto interessieren, planen können und ihren Kauf nicht weiter aufschieben", sagte Verbandspräsident Matthias Wissmann der dpa. Obwohl deutsche Autobauer etwa 30 E-Modelle im Angebot hätten, sei die Nachfrage im Heimatmarkt immer noch gering.

Zum Jahresbeginn waren laut Kraftfahrt-Bundesamt erst 25 500 E-Autos und 130 000 Hybridfahrzeuge mit Batterie plus Verbrennungsmotor zugelassen - bei einem Gesamtbestand von 45 Millionen Pkw. "Deutschland braucht ein Gesamtpaket zur Förderung der Elektromobilität", forderte Wissmann. Die Kosten für die bisher teuren Batterien könnten sich bis 2025 parallel dazu halbieren.

dpa

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