Kauf dubioser CDs wird sich nicht mehr lohnen

Hamburg - Der Handel mit CDs voller Daten deutscher Steuersünder soll nach dem Willen Liechtensteins der Vergangenheit angehören. Die Behörden wollen direkt kommunizieren.

Regierungschef Klaus Tschütscher kündigte im “Spiegel“ an, Ende Oktober werde ein Abkommen zum Informationsaustausch zwischen den Finanzbehörden Deutschlands und Liechtensteins in Kraft treten. Ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Liechtenstein solle “bis Ende des Jahres unter Dach und Fach sein“: “Da wird es sich schlicht nicht mehr lohnen, Geld für dubiose CDs auszugeben“, betonte Tschütscher.

Im März hatte die Bundesregierung ein neues Steuerabkommen mit dem Fürstentum auf den Weg gebracht. Deutsche Finanzbehörden und Staatsanwälte sollen auf der Jagd nach Steuersündern Amtshilfe von ihren Liechtensteiner Kollegen anfordern können. Tschütscher sagte, er könne sich auch eine “Abgeltungsteuer für Altfälle“ vorstellen. Auf die Frage, ob dies bedeuten würde, dass Steuerflüchtlinge dann auch rückwirkend alte Zinsgewinne deklarieren müssten, sagte er: “Das könnte ein Weg sein.“

Vorbild könne aber auch eine Regelung sein, wie sie zwischen Großbritannien und Liechtenstein schon existiere: Dabei hätten britische Kunden bis 2015 die Möglichkeit, ihre Konten zu offenbaren. CDs mit teilweise illegal beschafften Daten aus Steueroasen hatten in Deutschland mehrfach für Aufsehen gesorgt. Auch der Name des früheren Postchefs Klaus Zumwinkel befand sich auf einer CD, die ein ehemaliger Mitarbeiter der Liechtensteiner LGT-Bank für 4,5 Millionen Euro an den Bundesnachrichtendienst (BND) verkauft hatte.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Meistgelesene Artikel

Schickedanz-Milliardenstreit: Erneute Verschiebung

Immer wieder hat das Kölner Landgericht seine Entscheidung im milliardenschweren Klagefall Schickedanz verschoben. Ein außergerichtlicher Vergleich …
Schickedanz-Milliardenstreit: Erneute Verschiebung

Was Trumps Warnung für deutsche Autobauer bedeutet

Berlin/München - Kurz vor seinem Amtsantritt hat Donald Trump die deutschen Autobauer abgewatscht, namentlich BMW. Doch was bedeutet das für die …
Was Trumps Warnung für deutsche Autobauer bedeutet

Möbelmesse IMM in Köln gestartet - "Faulheit sells"

Köln (dpa) - Die internationale Möbelmesse IMM hat in Köln begonnen. Bis Sonntag werden etwa 150 000 Besucher erwartet. In den ersten vier Messetagen …
Möbelmesse IMM in Köln gestartet - "Faulheit sells"

Kommentare