Mehr als jeder dritte Dax-Konzern von Familien beherrscht

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Eine Mitbestimmung durch die Aktionäre ist bei Fresenius nur begrenzt möglich, ergab die Analyse von Barkow Consulting. Foto: Arne Dedert/Archiv

Berlin (dpa) - Volkswagen mit den beiden herrschenden Familien Piëch und Porsche ist einer Studie zufolge kein Einzelfall unter deutschen Großunternehmen. In mehr als jedem dritten Dax-Konzern ziehen Familien im Hintergrund die Strippen.

Das ergab eine Analyse des Beratungsunternehmens Barkow Consulting, die der "Welt am Sonntag" vorliegt. Nach bloßen Anteilen hätten gerade einmal vier Familien die Mehrheit an einem Dax-Konzern. "Der Einfluss der Dynastien offenbart sich erst dann, wenn es um die Macht ihrer Stimme geht", sagte Studienautor Wolfgang Schnorr. Bei elf der 30 Dax-Konzerne seien die Familien so mächtig, dass sie auf den Hauptversammlungen Mehrheiten durchsetzen können.

Beim Pharma-Gigant Merck etwa herrsche die Familie Merck absolut. Beim Nivea-Konzern Beiersdorf habe die Familie Herz - die Gründer des Tchibo-Imperiums - beinahe uneingeschränkt das Sagen. Auch bei Henkel, BMW und Continental gehe nichts ohne den Clan.

Einige Dax-Dynastien hätten eine Struktur geschaffen, die ihnen das Bestimmen garantiere, auch wenn sie gar nicht die Mehrheit der Anteile halten - wie etwa bei den Gesundheitskonzernen Fresenius und Fresenius Medical Care.

Andere Unternehmen nutzten die fehlende Aktionärsdemokratie für sich aus, schreibt die Zeitung. Auf den Hauptversammlungen werden die Vertreter des Aufsichtsrates gewählt. Er kann Vorstände absetzen oder wichtige Management-Entscheidungen revidieren. Die Wahl der Kontrolleure ist der entscheidende Hebel der Clans. "Da viele Aktionäre gar nicht zur Hauptversammlung gehen und ihre Stimme verfallen lassen, sind die Dynastien, die natürlich immer dabei sind, schnell in der Übermacht", erklärte Schnorr.

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