Millionenschulden: Lufthansa stoppt Flüge nach Venezuela

+
Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Venezuela stoppt die Lufthansa ihre Flüge dorthin. Foto: Frank Rumpenhorst

Caracas (dpa) - Die Lufthansa stoppt ab Freitag wegen offener Millionenforderungen die Flüge in das sozialistische Venezuela.

Grund seien die schwierige wirtschaftliche Lage und die fehlende Möglichkeit, lokale Währungsbestände in US-Dollar zu tauschen, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur in Caracas. Die Fluggesellschaft fliegt seit 1971 das südamerikanische Land an. 

Der Staat bietet den Fluggesellschaften in der Regel nur einen sehr schlechten Wechselkurs an, der zu hohen Verlusten bei den in der Landeswährung Bolívar verkauften Tickets führt. Die Spanne reicht von einem offiziellen Kurs von zehn Bolívares für einen Dollar bis hin zu rund 1000 Bolívares auf dem Schwarzmarkt.

Durch die höchste Inflation der Welt verliert der Bolívar rasant an Wert, was durch das staatliche Wechselkursregime die Einnahmen der Airlines dramatisch mindert. Die Lufthansa-Außenstände in Venezuela lägen im dreistelligen Millionenbereich, sagte der Sprecher. "Insgesamt ist die Nachfrage für internationale Flugreisen nach Caracas in 2015 sowie im ersten Quartal 2016 nochmal gegenüber Vorjahr gesunken. Zuvor hatten bereits mehrere andere Airlines ihre Flüge eingestellt. Das Land mit den größten Ölreserven der Welt leidet unter einer enormen Versorgungskrise.

"Trotz der vorübergehenden Einstellung der Flüge nach Caracas wird Lufthansa dank ihrer Partner Avianca und Copa Airlines weiterhin Venezuela (...) anbinden", betonte das Unternehmen. So gebe es von Kolumbien und Panama aus Weiterflüge nach Caracas.

Meistgelesene Artikel

Arbeitslosenzahlen sinken auf 2,53 Millionen

Nürnberg - Ganz so kräftig wie in den Vormonaten gingen die Arbeitslosenzahlen im November nicht mehr zurück. Für ein neues Rekordtief reichte es …
Arbeitslosenzahlen sinken auf 2,53 Millionen

Post-Chef: Paketmenge wird weiter kräftig wachsen

Der Online-Handel wächst und wächst. Die Deutsche Post profitiert kräftig von der stetig steigenden Zahl der Pakete. Auch wenn Händler wie Amazon …
Post-Chef: Paketmenge wird weiter kräftig wachsen

VW-Vorstände zahlten Reisekosten zurück

Berlin/Wolfsburg - Vorstände des Autokonzerns Volkswagen haben im Jahr 2014 nach internen Beratungen Reisekosten zurückgezahlt. Zugleich gab es einen …
VW-Vorstände zahlten Reisekosten zurück

Kommentare