Nivea künftig ohne Kosmetikartikel

Hamburg - Der Nivea-Hersteller Beiersdorf beschleunigt den Umbau seiner Pflegesparte. In den kommenden Jahren will der Konzern in die Entwicklung neuer Produkte investieren - und manche aus dem Sortiment nehmen.

Gleichzeitig werden Artikel, die beim Verbraucher nicht gut ankommen, aus dem Sortiment genommen, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Aus der dekorativen Kosmetik zieht sich Beiersdorf in Deutschland ganz zurück. Lippenstifte, Make-up oder Nagellack der Marke Nivea werden im Laufe des kommenden Jahres aus den Regalen der Händler verschwinden. Wegen der zu erwartenden Belastungen senkt Beiersdorf seine Prognose für 2010. Darüber hinaus bekommt der Konzern einen neuen Finanzvorstand. Die im Dax geführte Aktie verlor nach diesen Nachrichten in der Spitze rund vier Prozent. Zuletzt lag sie in einem positiven Gesamtmarkt mit 3,04 Prozent im Minus bei 44,96 Euro.

Der Konzern geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass bis 2012 Aufwendungen von rund 270 Millionen Euro anfallen. Davon werden 120 Millionen Euro schon 2010 wirksam. Die Umsatzrendite auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wird dadurch im Gesamtjahr nur noch rund 9 Prozent betragen und nicht wie angenommen 11 Prozent. Der Konzernumsatz soll um 2 bis 3 Prozent steigen und damit ebenfalls etwas weniger als erwartet.

Beiersdorf verliert Finanzvorstand

Beiersdorf versucht seit längerem, sein Pflegegeschäft, zu dem neben der Stammmarke Nivea auch Marken wie Eucerin oder Labello gehören, in die Spur zu bringen. Bei der Umsatz- und Ergebnisentwicklung hinkt das Segment der kleineren Klebersparte Tesa hinterher. Vor allem in Deutschland läuft das Geschäft schleppend. Hier ist der Wettbewerb etwa wegen der Eigenmarken im Einzelhandel besonders stark. In den ersten neun Monaten 2010 verbuchte Beiersdorf in Deutschland einen Umsatzrückgang von 1,6 Prozent.

Der Rückzug aus der Kosmetik betrifft den Angaben nach nur den deutschen Markt. Die Tochtergesellschaften in anderen Ländern würden eigenständig entscheiden. Ein Stellenabbau sei nicht geplant, sagte der Beiersdorf-Sprecher. Alle Mitarbeiter würden an anderer Stelle im Konzern weiterbeschäftigt.

Dagegen verliert Beiersdorf seinen Finanzvorstand. Bernhard Düttmann werde Anfang 2011 das Unternehmen verlassen, um sich einer neuen beruflichen Herausforderung zu stellen. Der 51-Jährige arbeitete 21 Jahre lang bei Beiersdorf, davon vier Jahre als Finanzvorstand. Sein Nachfolger wird Ulrich Schmidt (57), der derzeit das Geschäft in Süd-Ost-Europa verantwortet.

dpa

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