Aktionsplan der OECD

Steuersünder sollen es schwerer haben

Moskau - Die OECD hat den 20 führenden Wirtschaftsnationen einen Aktionsplan vorgelegt: Damit sollen es Steuersünder in Zukunft deutlich schwerer haben.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat den 20 führenden Industrie- und Schwellenländern (G-20) einen Aktionsplan im Kampf gegen Steuerflucht von Großkonzernen und Reichen vorgelegt. Vorgeschlagen wurden 15 Maßnahmen, um vor allem dagegen vorzugehen, dass internationale Konzerne ihre Gewinne in Länder mit niedrigen Steuersätzen transferieren und dann wenige oder praktisch keine Steuern zahlen. Die Finanzminister und die Notenbankchefs der G-20-Länder beraten bis Samstag in Moskau. Bei den Gesprächen stehen Maßnahmen zur Bekämpfung von Steuerflucht im Mittelpunkt.

Mehr Transparenz bei Unternehmen

Die OECD schlägt unter anderem vor, Unternehmen dazu zu verpflichten, mehr Informationen über die geografische Verteilung ihrer Einkünfte zu geben und den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Ländern zu verstärken. Der Plan wird vor allem von Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Russland mitgetragen. Diese Länder hoffen, dass er bis Samstag von allen G-20-Staaten angenommen und dann im Laufe von zwei Jahren umgesetzt wird.

Die G-20-Vertreter, darunter Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wollten in Moskau auch über die unterschiedlichen Ansätze zur Bekämpfung wirtschaftlicher Krisen sprechen. Bei ihrem Treffen im April in Washington hatten die G-20-Finanzminister zu zusätzlichen Anstrengungen für eine Erholung der Weltwirtschaft aufgerufen. Der G-20-Gipfel findet Anfang September in St. Petersburg statt.

dpa

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