Paketdienste gegen schärfere Sicherheitsstandards

+
Der Bundesverband Internationaler Express- und Kurierdienste (BIEK) ist gegen die Verschärfung von Sicherheitsbestimmungen.

Hamburg - Die Logistikbranche wehrt sich gegen Forderungen der Politik, die Kontrolle von Luftfracht zu verschärfen und bei der Bundespolizei zu bündeln.

 “Wir halten das für unnötig“, sagte Marten Bosselmann, Geschäftsführer des Bundesverbandes Internationaler Express- und Kurierdienste (BIEK), der “Financial Times Deutschland“ (Mittwochausgabe). “Schärfere Auflagen würden bedeuten, dass es bisher keine ausreichenden Standards gibt. Dabei haben wir schon maximale Sicherheitsauflagen“, fügte Bosselmann hinzu.

Zum BIEK gehören mit Ausnahme von DHL alle großen Paketdienste wie UPS und Fedex. Als Konsequenz aus den gescheiterten Anschlägen mit Paketbomben aus dem Jemen hatten sich Innenpolitiker aus Bund und Ländern dafür ausgesprochen, die Frachtkontrollen zu verschärfen. Bislang liegt die Verantwortung für die Sicherheit der Fracht in den Händen der Fluggesellschaften, die dabei vom Luftfahrtbundesamt beaufsichtigt werden. Dieses ist dem Bundesverkehrsministerium unterstellt.

Für die weitaus schärfere Überprüfung von Passagieren ist dagegen die Bundespolizei zuständig. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) forderte die Bundesregierung auf, klare Standards für Luftfrachtkontrollen zu definieren. “Es ist nicht nachvollziehbar und in höchstem Maße unlogisch, dass es bei der Luftfracht andere Standards gibt, als sie bei der Beförderung des Gepäcks von Flugpassagieren gelten“, sagte er der Zeitung.

Jedes einzelne Frachtgut müsse konsequent kontrolliert werden, sagte Herrmann. Auch der CSU-Politiker sprach sich für eine stärkere Rolle der Bundespolizei aus. Dagegen lehnte es BIEK-Geschäftsführer Bosselmann ab, den Paketdiensten mit eigenen Flugzeugen die Zuständigkeit für die Sicherheitschecks bei Paketen zu entziehen. “Wir können nur die Sendungen verantworten, die wir selbst kontrolliert haben“, sagte er. Bosselmann verwies darauf, dass alle Pakete mit Scannern überprüft und sie auch stichprobenweise geöffnet würden. Noch mehr Kontrollaufwand führe zu einer nicht vertretbaren Kostenexplosion.

dapd

Meistgelesene Artikel

Schickedanz-Milliardenstreit: Erneute Verschiebung

Immer wieder hat das Kölner Landgericht seine Entscheidung im milliardenschweren Klagefall Schickedanz verschoben. Ein außergerichtlicher Vergleich …
Schickedanz-Milliardenstreit: Erneute Verschiebung

Was Trumps Warnung für deutsche Autobauer bedeutet

Berlin/München - Kurz vor seinem Amtsantritt hat Donald Trump die deutschen Autobauer abgewatscht, namentlich BMW. Doch was bedeutet das für die …
Was Trumps Warnung für deutsche Autobauer bedeutet

Möbelmesse IMM in Köln gestartet - "Faulheit sells"

Köln (dpa) - Die internationale Möbelmesse IMM hat in Köln begonnen. Bis Sonntag werden etwa 150 000 Besucher erwartet. In den ersten vier Messetagen …
Möbelmesse IMM in Köln gestartet - "Faulheit sells"

Kommentare