Puma-Chef auf der Suche nach Frauen

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Puma-Chef Franz Koch setzt auf Sport - und Frauen.

München - Der neue Puma-Chef Franz Koch verbrachte die ersten Monate vor allem mit Zuhören und Lernen. Nun will er gezielter Frauen ansprechen und den Fokus mehr auf Sport- als auf Lifestyleprodukte legen.

Der Sportartikelhersteller Puma will mehr um weibliche Kunden werben. “Es ist wichtig, dass wir die Frauen gezielter ansprechen“, sagte der neue Puma-Chef Franz Koch am Donnerstagabend im Club Wirtschaftspresse München. Große Wachstumschancen sieht der 32-Jährige vor allem bei Fitnesskleidung für Frauen. Auch bei Schuhen seien Unisex-Modelle nicht immer ideal. “Es gibt Männerfüße und es gibt Frauenfüße.“ Eine eigene Frauenmarke plant Koch aber nicht.

Von der Euro-Krise lassen sich die Puma-Kunden bislang nicht verunsichern. “Noch können wir keine Auswirkungen der Finanzkrise erkennen“, sagte Koch. Das dritte Quartal sei planmäßig gelaufen. “Wir sind auf Kurs.“ Die Zahlen zu Umsatz und Gewinn veröffentlicht das Unternehmen aus dem fränkischen Herzogenaurach Ende Oktober.

Zeitz lässt Koch "völlig freie Hand"

Der studierte Betriebswirt Koch ist seit 2007 bei Puma und war dort zuletzt für die weltweite strategische Planung verantwortlich. Er hatte sich als einer von zahlreichen Kandidaten im Rennen um die Nachfolge von Jochen Zeitz durchgesetzt, der nach 18 Jahren an der Puma-Spitze zum Mutterkonzern PPR nach Paris gewechselt ist. Zeitz mische sich aber nicht in seine Arbeit ein, versicherte der 32-Jährige nach gut 80 Tagen im Amt. “Er lässt mir da völlig freie Hand.“

Koch hat sich das Ziel gesteckt, Puma zur begehrtesten Marke für Sport und Lifestyle zu machen. “Es ist fair, zu sagen, dass Puma momentan nicht die heißeste Marke ist“, sagte er. Die beste Zeit habe Puma Mitte des vergangenen Jahrzehnts gehabt. Koch will besonders die Sportprodukte stärken, nachdem der Lifestyle-Bereich in den vergangenen Jahren stärker gewachsen sei. “Jetzt gilt es, das richtige Gleichgewicht der Marke Puma wieder herzustellen.“

Privatleben ist Koch wichtig

Vom großen Schatten seines erfolgreichen Vorgängers zeigte sich Koch am Freitag in Herzogenaurach unbeeindruckt: “Ich versuche jetzt hier sicher nicht, Herrn Zeitz zu kopieren.“ Er pflege einen offeneren, kommunikativeren Führungsstil und habe mit seinen 32 Jahren einen anderen Zugang zu den im Schnitt genauso alten Puma-Mitarbeitern. Auch in einem anderen Punkt will Koch dem Vielflieger Zeitz nicht nacheifern: “Ich kann mir alles vorstellen, nur kein Leben im Flugzeug. Für keinen Job dieser Welt würde ich mein Privatleben aufgeben oder es in eine Disbalance bringen.“

Bis zum Jahr 2015 will Puma den Umsatz trotz der sich eintrübenden Konjunktur auf vier Milliarden Euro steigern. Im vergangenen Jahr lagen die Erlöse bei einem Rekordwert von 2,7 Milliarden Euro.

dpa

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