Quelle bleibt vorerst flüssig

Nürnberg - Die Finanzierung des Versandhauses Quelle scheint bis zum Jahresende gesichert. Darauf hätten sich die beteiligten Banken “grundsätzlich wirtschaftlich geeinigt.

Das sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg, Thomas Schulz, am Donnerstag. Ob die vor der Kündigung stehenden 3.700 Mitarbeiter von einer Transfergeselllschaft aufgefangen werden, ist dagegen weiter offen. Die Brückenfinanzierung für den Versandhandel über 300 Millionen Euro war am Mittwoch ausgelaufen. Nach dem neuen Vertrag, über den die Bankgremien am Donnerstag noch berieten, würden sie Quelle sogar bis zu 438 Millionen Euro geben und dafür Forderungen gegenüber Kunden übernehmen.

Strittig sei aber noch die Risikoverteilung zwischen der Quelle-Hausbank Valovis, der Commerzbank und der BayernLB, verlautete aus informierten Kreisen. Valovis-Bank-Sprecherin Monika Lass sagte: “Es sieht sehr gut aus. Ich bin da sehr optimistisch“. Alle Beteiligten seien daran interessiert, das sogenannte Factoring fortzuführen. Quelle-Sprecher Manfred Gawlas sagte: “Für uns ist es jetzt klar, wir bereiten unser Wintergeschäft vor.“

Eigene Transfergesellschaft geplant

Für die Versandhandelssparte des insolventen Arcandor-Konzerns gibt es ein halbes Dutzend Kaufinteressenten, wie Schulz sagte. Ab Oktober muss aber mehr als ein Drittel der 10.500 Mitarbeiter gehen. Die Transfergesellschaft für sie könne der Insolvenzverwalter nicht alleine stemmen, dazu brauche es Hilfe von der Bundesagentur für Arbeit und der bayerischen Landesregierung, sagte Schulz. Für die 1.800 betroffenenen Mitarbeiter in Bayern plant der Freistaat eine eigene Transfergesellschaft.

Arbeitsministerin Christine Haderthauer und Quelle-Betriebsratschef Ernst Sindel sagten am Donnerstag in Nürnberg, das sei der der naheliegendste Weg. Es stünden Mittel bereit, um eine bayerische Gesellschaft zu unterstützen. “Die Angst in der Belegschaft ist groß“, sagte Sindel. Trotz Insolvenz sei sie noch “unglaublich motiviert. Aber jetzt ist die Grenze erreicht. Jetzt müssen wir Ergebnisse zeigen“, mahnte er. 

ap

Meistgelesene Artikel

Schickedanz-Milliardenstreit: Erneute Verschiebung

Immer wieder hat das Kölner Landgericht seine Entscheidung im milliardenschweren Klagefall Schickedanz verschoben. Ein außergerichtlicher Vergleich …
Schickedanz-Milliardenstreit: Erneute Verschiebung

Was Trumps Warnung für deutsche Autobauer bedeutet

Berlin/München - Kurz vor seinem Amtsantritt hat Donald Trump die deutschen Autobauer abgewatscht, namentlich BMW. Doch was bedeutet das für die …
Was Trumps Warnung für deutsche Autobauer bedeutet

Möbelmesse IMM in Köln gestartet - "Faulheit sells"

Köln (dpa) - Die internationale Möbelmesse IMM hat in Köln begonnen. Bis Sonntag werden etwa 150 000 Besucher erwartet. In den ersten vier Messetagen …
Möbelmesse IMM in Köln gestartet - "Faulheit sells"

Kommentare