Aus für EADS bei Tankjet-Deal: Kritik an USA

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Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS und sein US-Partner Northrop Grumman EADS/Airbus hat keine Chance mehr auf das "Jahrhundertgeschäft" mit der US-Luftwaffe für 179 Tankflugzeuge.

Brüssel - Nach dem Aus für EADS beim milliardenschweren Tankjet-Deal in den USA hat Wirtschaftsminister Rainer Brüderle die US-Regierung kritisiert. Auch die EU hat mit Sanktionen gedroht.

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Nach Ansicht von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) werde der EADS-Konkurrent Boeing bei dem Auftrag für Tankflugzeuge der US-Luftwaffe deutlich bevorzugt. Als einziger Anbieter erhalte der US-Flugzeugbauer wirtschaftliche und finanzielle Vorteile, ohne dass die Luftwaffe das beste Produkt erhalten würde. “

Auch bei der Beschaffung von Rüstungsgütern sollte der freie Wettbewerb nicht einseitig eingeschränkt werden“, sagte Brüderle am Dienstag. Gerade in der aktuellen Krise seien schon Anzeichen schädlich, dass Regierungen ihre eigene Wirtschaft vor ausländischer Konkurrenz schützen wollten (Protektionismus).

Brüssel droht USA mit Sanktionen

Gleichzeitig hat die EU-Kommission den USA mit höheren Hürden für künftige Rüstungsprojekte gedroht. Wenn das Pentagon bei der Ausschreibung von Tankflugzeugen für die US-Luftwaffe den amerikanischen Hersteller Boeing bevorzugt habe, könnte das Folgen für Rüstungsgeschäfte mit den USA haben, erklärte die Kommission am Dienstag in Brüssel. Der Ausstieg des Airbus-Konzerns EADS und seines US-Partners Northrop Grumman aus dem Rennen um den Milliardenauftrag sei “sehr bedauerlich“.

EADS-Vorstandschef Louis Gallois sagte in Paris, das US-Verteidigungsministerium wolle in seiner neuen Ausschreibung “kleinere, weniger leistungsfähige Flugzeuge. Das ist ein Vorteil für die Boeing 767.“ Airbus habe bisher weltweit alle Ausschreibungen für Tankflugzeuge gewonnen. Für die nächsten 45 Jahre hätten Großbritannien, Australien oder Saudi-Arabien eben bessere Flugzeuge als die US-Luftwaffe.

dpa/dapd

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