BMW schaltet einen Gang zurück

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Ein Mitarbeiter hält in der Produktion im BMW-Werk in Regensburg ein BMW-Emblem.

München - BMW hat das beste dritte Quartal seiner Unternehmensgeschichte verzeichnet, verliert aber gegenüber dem ersten Halbjahr deutlich an Tempo.

Im kommenden Jahr erwartet der Autohersteller bestenfalls noch gedämpftes Wachstum. Man sei aber auch auf eine Rezession vorbereitet, sagte der Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer am Donnerstag in München. “Verunsicherte Verbraucher kaufen auch keine Premiumfahrzeuge“, erklärte Finanzvorstand Friedrich Eichiner.

Reithofer sagte, BMW habe von Juli bis September neue Höchstwerte bei Absatz, Umsatz und Gewinn erreicht und sei auf bestem Weg zu einem Rekordjahr mit mehr als 1,6 Millionen verkauften Autos und deutlich höherem Gewinn. Aber er erwarte eine lange Phase der Unsicherheit: “Wir gehen mindestens bis 2015 von einem volatilen wirtschaftlichen Umfeld aus“, sagte der Konzernchef. Trotzdem sehe er BMW weiterhin auf Erfolgskurs.

Sozial vernetzt und noch sportlicher: Der neue 3er BMW

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Im dritten Quartal steigerte BMW den Absatz um 9 Prozent auf 399.000 verkaufte Autos, den Umsatz um 4 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro und den Gewinn um 24 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Damit baute der Marktführer bei Premiumautos seinen Vorsprung gegenüber dem Konkurrenten Mercedes aus - Audi hatte allerdings noch höhere Zuwächse geschafft.

Für alle Szenarien gerüstet

Die Ergebnismarge von BMW ging von 14 Prozent im ersten Halbjahr auf 11,9 Prozent zurück und soll im Schlussquartal weiter sinken. Die Anlaufkosten der neuen 1er- und 3er-Baureihen belasteten das Ergebnis, erklärte Eichiner - zwei Drittel davon fielen erst im vierten Quartal an. Für nächstes Jahr stellte Reithofer eine Ergebnismarge von acht bis zehn Prozent in Aussicht.

Im Oktober legte der BMW-Absatz um acht Prozent zu. “Wir sind vorsichtig, wie es im November und Dezember weitergeht. Kein Mensch weiß, was aus Griechenland wird und wie die Banken reagieren“, sagte Eichiner. BMW habe sich auf moderates Wachstum 2012 eingestellt, sei aber auch für das wachsende Risiko einer Rezession viel besser gerüstet als 2008. Die Kasse sei heute mit fast elf Milliarden Euro liquiden Mitteln gut gefüllt und die Pläne für eine rasche Anpassung der Produktion lägen in der Schublade. Leiharbeitnehmer und Arbeitszeitkonten machten den Konzern enorm flexibel, sagte Reithofer.

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Im laufenden Jahr stelle BMW aber 3.500 neue Mitarbeiter ein, die Hälfte davon in Deutschland. Gesucht seien vor allem Experten für Elektroautos und Karbonkarosserien.

Anleger erfreut

Immer mehr Geld verdient BMW mit Bankgeschäften. Bald die Hälfte der Autos wurde auf Pump mit Finanzierungsverträgen oder mit Leasingverträgen an den Mann oder die Frau gebracht. Die Finanzdienstleistungen steuerten 354 Millionen Euro oder 21 Prozent zum Konzernergebnis vor Steuern bei.

Die Börse nahm die BMW-Nachrichten positiv auf. Der Aktienkurs stieg bis zum Mittag um 2,5 Prozent.

Von Roland Losch

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