Schiesser schreibt wieder schwarze Zahlen

Berlin - “Schiesser ist wieder in den schwarzen Zahlen. Leichte Verluste im Großhandelsgeschäft werden durch Zuwächse im Einzelhandel mehr als ausgeglichen“.

Das sagte Insolvenzverwalter Volker Grub der “Welt am Sonntag“ laut Vorabmeldung über das insolvente Textilunternehmen. Investoren zeigten reges Interesse an einer Übernahme. Schiesser hatte im Februar Insolvenz angemeldet. Am Mittwoch soll der Gläubigerausschuss entscheiden, mit welchen der Interessenten Verhandlungen für den Verkauf aufgenommen werden. Grube sagte, der Investor müsse nicht nur einen angemessenen Kaufpreis zahlen, sondern auch die Basis für ein dauerhaftes Überleben sichern: “Glücksritter haben keine Chance.“ Grube kündigte dem Blatt zufolge in den vergangenen Monaten den Großteil der Lizenzverträge für Marken wie Puma, Tommy Hilfiger oder Levi's, mit denen Schiesser hohe Verluste eingefahren hatte. Zudem habe er das Unternehmen mit der Eröffnung eines Fabrikverkaufs auf dem Firmengelände wieder in die schwarzen Zahlen gebracht. Mit einem schnellen Verkauf sei aber nicht zu rechnen: “Der 1. April scheint mir der früheste Zeitpunkt zu sein“, wurde Grube zitiert.

Tradition bis ins 19. Jahrhundert

Die Sparmaßnahmen wurden schon 2008 eingeleitet. Schiesser ist auf hochwertige Tag- und Nachtwäsche und Bademoden sowie Sportwäsche spezialisiert und erwirtschaftete 2008 nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund 130 Millionen Euro. Die Firmengeschichte reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück: 1875 begann der Schweizer Unternehmen Jacques Schiesser die Produktion in einem angemieteten Tanzsaal in einem Radolfzeller Gasthaus. Im 20. Jahrhundert wuchs das Unternehmen trotz Rückschlägen und beschäftigte 1960 die Rekordzahl von 3.500 Mitarbeitern.

ap

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