Siemens feuert Brasilien-Chef

München - Siemens hat den Chef seines Brasiliengeschäfts wegen möglicher Unregelmäßigkeiten gefeuert. Es geht angeblich um viel Geld, das von den Ermittlern gefunden wurde.

Eine interne Compliance-Untersuchung habe einen gravierenden Verstoß gegen Siemens-Richtlinien im Jahr 2007 zu Tage gefördert, teilte der Konzern am Dienstag in München mit. Die Untersuchungen zu dem Fall dauerten aber noch an. Der 58 Jahre alte Adilson Antonio Primo war seit vielen Jahren Siemens-Chef in dem boomenden Land.

Branchenkreisen zufolge geht es bei dem Fall unter anderem um ein Konto, auf dem 6 Millionen Euro gefunden wurden. Der Sachverhalt war demnach länger bekannt, nur die betreffende Person war bislang nicht ermittelt. Ein Siemens-Sprecher wollte sich dazu im Hinblick auf die laufenden Untersuchungen allerdings nicht äußern. Nachfolger von Primo wird der gebürtige Brasilianer Paulo Ricardo Stark.

Siemens ist seit mehr als 105 Jahren in dem südamerikanischen Land aktiv und machte im vergangenen Jahr dort einen Umsatz von rund 1,8 Milliarden Euro. Der Konzern beschäftigt in Brasilien rund 10 000 Mitarbeiter. Der Münchner Dax-Konzern hatte nach einem milliardenschweren Schmiergeldskandal seine Richtlinien verschärft.

dpa

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