Siemens-Mitarbeiter protestieren mit Trommeln und Pfeifen

+
Die siemens-Mitarbeiter aus München, Erlangen, Berlin und anderen Standorten warfen dem Konzern vor, systematisch Stellen abzubauen und dies unter dem Schlagwort "Portfoliopolitik" zu verschleiern.

München - Mit Trommeln und Trillerpfeifen haben hunderte Siemens-Mitarbeiter parallel zur Aufsichtsratssitzung gegen den Stellenabbau beim größten deutschen Elektrokonzern protestiert.

Die Beschäftigten aus München, Erlangen, Berlin und anderen Siemens-Standorten warfen dem Konzern vor, systematisch Stellen abzubauen und dies unter dem Schlagwort “Portfoliopolitik“ zu verschleiern.

Lesen Sie dazu auch:

Siemens plant Stellenabbau

Siemens streicht 1600 Jobs

“Portfoliopolitik hat Chancen, das Unwort des Jahres zu werden“, sagte der Unternehmensbetreuer der IG Metall, Dieter Scheitor, unter dem Applaus der Beschäftigten. Der Begriff klinge klinisch sauber, bedeute in Wahrheit aber, Mitarbeiter auf schmutzige Art zu entsorgen. “Bei Siemens ist nichts mehr sicher“, rief die Siemens- Konzern-Betriebsratsvorsitzende Bettina Haller den Beschäftigten zu. Sie forderte die Belegschaft zum weitern Zusammenhalt auf.

Die Wirtschaftskrise in 17 Bildern

Die Wirtschaftskrise in Bildern

An der Demonstration auf dem Odeonsplatz nahe der Siemens- Konzernzentrale in der Münchner Innenstadt beteiligten sich unter anderem Beschäftigte der Siemens-Sparte Electronic Device Manufacturing (EDM), von Siemens IT Solutions and Services sowie des Gemeinschaftsunternehmens Nokia Siemens Networks, das besonders stark von einem Stellenabbau betroffen ist. “Stoppt den Kahlschlag bei Nokia Siemens Networks“, hieß es auf Transparenten und “Wir lassen uns nicht entsorgen.“

Auf ein Plakat hatten die Mitarbeitern einen Holzfäller mit einer Axt gezeichnet: “Portfoliopolitik nach Siemens- Art“. Die Gewerkschaft sprach von rund 700 Teilnehmern. “Das war ein guter Auftakt“, sagte ein Sprecher der IG Metall München. Wann die nächsten Proteste geplant sind, ist aber noch offen.

dpa

Meistgelesene Artikel

Schickedanz-Milliardenstreit: Erneute Verschiebung

Immer wieder hat das Kölner Landgericht seine Entscheidung im milliardenschweren Klagefall Schickedanz verschoben. Ein außergerichtlicher Vergleich …
Schickedanz-Milliardenstreit: Erneute Verschiebung

Was Trumps Warnung für deutsche Autobauer bedeutet

Berlin/München - Kurz vor seinem Amtsantritt hat Donald Trump die deutschen Autobauer abgewatscht, namentlich BMW. Doch was bedeutet das für die …
Was Trumps Warnung für deutsche Autobauer bedeutet

Möbelmesse IMM in Köln gestartet - "Faulheit sells"

Köln (dpa) - Die internationale Möbelmesse IMM hat in Köln begonnen. Bis Sonntag werden etwa 150 000 Besucher erwartet. In den ersten vier Messetagen …
Möbelmesse IMM in Köln gestartet - "Faulheit sells"

Kommentare