Nokia übernimmt

Siemens trennt sich von Telekom-Problemsparte

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iftzug und Logo des Netzwerkausrüsters Nokia Siemens Networks (NSN) an einem Schild vor einem Gebäude des Unternehmens in München (Archivbild).

München - Seit Jahren bereitet die Problemsparte Nokia Siemens Networks dem Münchner Konzern keine Freude mehr. Doch bisherige Trennungsversuche scheiterten. Nun geht die Netzwerksparte komplett an den finnischen Partner Nokia.

Der Elektrokonzern Siemens zieht einen endgültigen Schlussstrich unter sein Telefongeschäft. Nach der Handysparte vor acht Jahren und den Festnetztelefonen vor fünf Jahren sind die Münchner die ungeliebte Netzwerksparte nun endlich ganz los. Der 50-prozentige Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) gehe für 1,7 Milliarden Euro an den finnischen Partner Nokia, teilte der Konzern am Montag in München mit. Siemens-Chef Peter Löscher hat damit ein weiteres Problemkind vom Hals. Er will sich ganz auf das Kerngeschäft konzentrieren und trennt sich deshalb von den nicht profitablen Sparten.

NSN beschäftigte Ende März noch 56 700 Mitarbeiter - davon 6000 in Deutschland. Das Unternehmen ist hierzulande in 17 Städten vertreten. Über die Zukunft dieser Standorte wurde am Montag nichts konkretes mitgeteilt. Es hieß lediglich, dass NSN eine starke regionale Präsenz in Deutschland behalten will.

Happy Birthday, Telefon!

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Das Unternehmen ist einer der größten Telekomzulieferer der Welt. Größte Konkurrenten sind der schwedische Konzern Ericsson und die französische Alcatel-Lucent. Zuletzt bekamen die Europäer aber auch zunehmend Konkurrenz von asiatischen Anbietern.

Die Netzwerksparte hatte Siemens erst im Jahr 2007 mit der von Nokia zusammengelegt. Um den Verkauf des Siemens-Anteils an dem Gemeinschaftsunternehmens zu ermöglichen, greift Löscher dem angeschlagenem finnischen Handyhersteller unter die Arme: Vom Kaufpreis fließen erst einmal nur 1,2 Milliarden Euro in bar, den Rest muss Nokia erst später zahlen.

Der Preis liegt damit unter den zuletzt spekulierten Größenordnungen: Im Februar wurde der Wert des Unternehmens in einem Bericht der „Financial Times“ noch auf etwa fünf Milliarden Euro taxiert. Am Markt kam die Nachricht trotzdem gut an. Die Siemens-Aktie legte zum Handelsstart zwei Prozent zu. Die Nokia-Papiere stiegen in Helsinki um rund zehn Prozent.

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NSN kämpft wie die gesamte Branche seit Jahren mit einem harten Wettbewerb. Seit der Gründung steckt NSN in den roten Zahlen. Das Management hatte Anfang 2012 die Reißleine gezogen und harte Einschnitte angekündigt. Dazu gehört auch der Abbau von 17 000 der weltweit 74 000 Arbeitsplätze. Dies zeigte zuletzt Wirkung - der Verlust ging zurück. Zudem stabilisierte sich das Geschäft und der Umsatz sank im ersten Quartal nicht mehr so stark.

Ob der Handyhersteller Nokia den Ausrüster auf Dauer im Konzern behält, ist offen. Der Markenname soll auf jeden Fall geändert werden und einem finnischen Zeitungsbericht zufolge soll die Produktion ausgelagert werden. Dabei könnte NSN zwischen 500 und 600 Millionen Euro erlösen, berichtete die Zeitung „Helsingin Sanomat“ unter Berufung auf vertrauliche Dokumente. Interessenten für die sechs Werke seien Auftragsfertiger wie Foxconn und Flextronics.

dpa

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