Sorge vor US-Berichtssaison: Sinkende Gewinne erwartet

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Der Alu-Riese Alcoa eröffnet die Berichtssaison der US-Konzerne. Foto: Alcoa

Am Montag eröffnet der Alu-Riese Alcoa die Berichtssaison der US-Konzerne. Der Bilanzreigen steht diesmal unter keinem guten Stern. Und mit Brexit-Votum und Dollar-Stärke sowie der Ungewissheit über Konjunktur und Zinspolitik kommen noch weitere Belastungen hinzu.

New York (dpa) - Trübe Aussichten: Analysten rechnen mit einem weiteren Rückgang der Unternehmensgewinne in den Vereinigten Staaten - und das Minus im zweiten Quartal dürfte den Prognosen nach deutlich ausfallen.

Sollten sich die Vorhersagen bewahrheiten, so wäre es das fünfte Vierteljahr in Folge, in dem die US-Konzerne auf breiter Front Abstriche machen müssen. Das wäre gleichbedeutend mit der längsten Negativserie seit der tiefen Rezession im Zuge der Finanzkrise 2008. Ein Grund zur Sorge um die amerikanische Wirtschaft?

Am Montag nach US-Börsenschluss wird der Alu-Riese Alcoa den Bilanzreigen eröffnen. Weil Aluminium in vielen Branchen eingesetzt wird, gelten die Zahlen des vom ehemaligen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geführten Unternehmens als richtungsweisend. Finanzprofis erwarten einen Gewinneinbruch und erheblich weniger Umsatz - kein gutes Omen. Dem Analysehaus FactSet zufolge dürften die Gewinne der im Leitindex S&P 500 gelisteten Firmen im zweiten Quartal verglichen mit dem Vorjahreswert im Schnitt um 5,6 Prozent schrumpfen.

Besserung scheint derzeit nicht in Sicht. Durch das Brexit-Votum in Großbritannien kam zur generellen Ungewissheit über Konjunktur und Zinspolitik zuletzt noch ein weiterer Unsicherheitsfaktor hinzu, der Handel und Investitionen dämpfen und die Konzerne belasten könnte. Viele Experten rechnen damit, dass die Nervosität an den Finanzmärkten vorerst anhalten und den Dollar stützen wird. Eine weitere Aufwertung käme aber ungelegen, denn die starke US-Währung drückt die Auslandseinnahmen der US-Firmen.

Allerdings sind die Vorhersagen der Analysten stets mit Vorsicht zu genießen. Laut Studien fallen sie in der Regel zu pessimistisch aus und werden häufig deutlich übertroffen. Zudem treffen Gewinnrückgänge viele US-Unternehmen nicht ins Mark, weil die Profite zuvor zeitweise massiv gestiegen waren. So scheffeln beispielsweise die großen Banken trotz verschärfter Regulierung und hoher Strafen für die Skandale aus der Finanzkrise Milliardengewinne, und Tech-Riesen wie Apple, Google oder Microsoft sitzen auf riesigen Geldbergen.

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