Streit um Geldautomaten-Gebühr geht weiter

Berlin - Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis hat sich im Streit um die Geldautomaten-Gebühren unnachgiebig gezeigt.

 Alle Kunden der Sparkassen könnten überall in Deutschland umsonst abheben, sagte er am Dienstag vor Journalisten in Berlin. Die Sparkassen hätten das dichteste Netz mit 26.000 Automaten und 16.000 Filialen. Es handele sich daher bei den Gebühren um ein “Minderheitenproblem“. Es könne nicht sein, dass die Sparkassen-Kunden über ihre Konto-Gebühren den Kunden anderer Banken mit wenigen oder keinen Automaten das Netz finanzierten.

Die privaten Banken hatten kürzlich eine Gebühr von 1,95 Euro pro Abhebung an einem “Fremd-Automaten“ angekündigt und die Sparkassen öffentlich aufgefordert, dies auch zu tun. Das Kartellamt hatte die hohen Gebühren bemängelt und bis Ende August ein neues System gefordert. Es hatte kritisiert, dass sich Banken und Sparkassen nicht auf eine einheitliche Gebühr für Abhebungen an “Fremd-Automaten“ einigen konnten. Statt dessen wollen die Institute ab Januar die Gebühr am Automaten anzeigen und auf die Entgelte zwischen den Banken verzichten.

Haasis sagte als Reaktion auf das Kartellamt, die Sparkassen seien kein Konzern, sondern hätten eine freiwillige Vereinbarung untereinander getroffen. Im Gegensatz zu den Kunden anderer Banken finde der Sparkassen-Kunde auch auf dem Lande fast überall Geldautomaten. Das Netz sei flächendeckend. Nur 5 Prozent der Abhebungen in Deutschland kosteten überhaupt Geld, 95 Prozent seien kostenlos.

dapd

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