Tod der Unister-Chefs durch DNA-Abgleich bestätigt

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Thomas Wagner, Gründer des Leipziger Unternehmens Unister. Foto: Jan Woitas/Archivbild

Der DNA-Abgleich der slowenischen Behörden hat nun den Tod der Unister-Chefs bestätigt. Die Frage bleibt, was geschah vor dem Flugzeugabsturz? Und wie geht es mit dem Unternehmen weiter?

Nova Gorica/Dresden (dpa) - Genau zwei Wochen nach dem Flugzeugabsturz in Slowenien ist der Tod der beiden Unister-Chefs amtlich.

Ein DNA-Abgleich habe ergeben, dass es sich bei den Leichen um die beiden Gesellschafter des Leipziger Internetunternehmens, Thomas Wagner und Oliver Schilling, sowie einen Finanzvermittler mit dem Vornamen Heinz Horst handele, berichtete am Donnerstag die Lokalzeitung "Primorske Novice" unter Berufung auf den Leiter der Kriminalpolizei in Nova Gorica, Marino Pangos. Es handele sich "um einen 38-jährigen, 65-jährigen und 39-jährigen deutschen Staatsbürger", bestätigte Pangos der Deutschen Presse-Agentur. Die deutschen Behörden seien informiert worden.

Weder die zuständige Staatsanwaltschaft in Leipzig noch die Generalstaatsanwaltschaft Dresden konnten den Eingang der Nachricht zunächst jedoch bestätigen. Allerdings hatte es dort schon in den vergangenen Tagen "keine begründbaren Zweifel" daran gegeben, dass es sich tatsächlich um die Leipziger Unternehmer und den 65-Jährigen Finanzvermittler handelt. Auch der 73 Jahre alte Pilot des einmotorigen Kleinflugzeugs starb bei dem Absturz.

Die drei Deutschen hatten sich auf dem Rückflug von Venedig nach Leipzig befunden, als die Maschine in ein Waldgebiet stürzte und ausbrannte. Zuvor hatte der Pilot Probleme mit Vereisung gemeldet.

In der Lagunenstadt soll Wagner einen Tag zuvor Medienberichten zufolge bei der Abwicklung eines ominösen Kreditgeschäfts um mehr als eine Million Euro betrogen worden sein. Dabei soll es sich um einen sogenannten "Rip Deal" gehandelt haben. So soll Wagner für einen Kredit in Höhe von 10 Millionen Euro 1,5 Millionen Euro in Bar als Versicherung übergeben, im Gegenzug aber nur einen Koffer mit größtenteils falschen Schweizer Franken erhalten haben. 10 000 Franken waren später nach Behördenangaben am Absturzort gefunden worden. Wagner hatte daraufhin Anzeige bei der italienischen Polizei erstattet. "Die Ermittlungen laufen noch", sagte ein Sprecher am Donnerstag. Über den bisher bekannten Stand hinaus gebe es aber keine neuen Erkenntnisse.

Auch bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden laufen Ermittlungen wegen Betrugs- und Untreueverdachts. "Es gibt über die polizeilichen Informationskanäle einen Austausch mit Italien und Slowenien", sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein. "Aber wir brauchen diese Informationen in einer rechtsverwertbaren Form." Dies brauche Zeit.

Auch in Deutschland seien bereits mögliche Zeugen befragt worden. Um wen es sich dabei handelte, wollte er nicht sagen. "Alle Personen, die uns helfen können, den Sachverhalt aufzuklären, werden befragt."

Ein besonderes Interesse bestehe an dem offenkundig einzig Überlebenden aus der Gruppe, die mit Wagner nach Venedig gereist war - Medienberichten zufolge ein früherer Leipziger Bankdirektor, der wegen Flugangst das Auto genommen haben soll. "Er war ja möglicherweise beteiligt", sagte Klein. Ob es bereits Kontakt gab, wollte er nicht sagen.

Vier Tage nach dem Flugzeugabsturz hatte zunächst die Unister Holding Insolvenz anmelden müssen. Der Antrag soll Schulden in Höhe von fast 40 Millionen Euro ausgewiesen haben. Inzwischen sind sechs Töchter aus der Gruppe, die über 40 Internetportale wie fluege.de oder ab-in-den-urlaub.de betreibt, im vorläufigen Verfahren. Fast 90 Prozent der gut 1000 Unister-Mitarbeiter sind betroffen.

Für Insolvenzverwalter Lucas Flöther hat die amtliche Bestätigung des Todes von Firmengründer Wagner keine besondere Bedeutung. "Das Insolvenzgericht war ja bereits von der Führungslosigkeit der Holding ausgegangen", sagte sein Sprecher.

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