Quartalszahlen

US-Banken scheffeln Milliarden

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Die US-Großbanken JPMorgan, Citigroup und Wells Fargo die letzten Monate überraschend viel Geld verdient. Alle drei Geldhäuser meldeten im dritten Quartal Milliardengewinne.

New York/San Francisco - Die Berichtssaison der US-Banken geht gut los - die Zahlen von Branchenführer JPMorgan und Rivale Citigroup übertreffen die Prognosen. Das gilt auch für Konkurrent Wells Fargo, für den der Skandal um Scheinkonten allerdings noch nicht ausgestanden ist.

Die US-Großbanken JPMorgan, Citigroup und Wells Fargo haben im dritten Quartal überraschend gut abgeschnitten. Zum Auftakt des vierteljährlichen Bilanzreigens meldeten alle drei Geldhäuser Milliardengewinne, die über den Markterwartungen lagen.

An der Börse kamen die Zahlen gut an - die Aktien der Banken starteten mit Kursgewinnen in den US-Handel. Wells Fargo steht nach dem schweren Skandal um fingierte Konten allerdings weiter unter Druck.

Der neue Vorstandschef Tim Sloan versprach, die Affäre rasch weiter aufzuarbeiten. "Wir wissen, dass es Zeit und eine Menge harter Arbeit erfordern wird, unseren Ruf wieder herzustellen", erklärte Sloan, der den Spitzenjob erst vor zwei Tagen vom über den Skandal gestolperten John Stumpf übernommen hatte. Die Bank hatte vor wenigen Wochen einräumen müssen, dass Mitarbeiter über zwei Millionen unautorisierte Kundenkonten eingerichtet hatten.

US-Behörden verhängten bereits eine Strafe von 185 Millionen Dollar. Zusätzliche fünf Millionen Dollar sollen an geschädigte Kunden fließen. Weitere Strafen könnten folgen, auch die US-Justiz soll ermitteln. Die umstrittenen Verkaufspraktiken seien inzwischen abgeschafft worden, betonte Sloan. Im dritten Quartal sank der Überschuss bei Wells Fargo verglichen mit dem Vorjahreswert von 5,8 auf 5,6 Milliarden Dollar (5,1 Mrd Euro). Die gesamten Einnahmen legten indes um zwei Prozent auf 22,3 Milliarden Dollar zu.

Einen noch höheren Quartalsgewinn meldete US-Branchenprimus JPMorgan Chase mit knapp 6,3 Milliarden Dollar (5,7 Mrd Euro). Das Ergebnis lag zwar acht Prozent unter dem Vorjahreswert, der war jedoch von einem Steuereffekt von 2,2 Milliarden Dollar positiv verzerrt. Alle Sparten hätten nun gut abgeschnitten, sagte Vorstandschef Jamie Dimon. So habe das Investmentbanking etwa dank eines starken Anleihehandels sein bestes Sommerquartal überhaupt gehabt. Die Gesamteinnahmen stiegen um 8,4 Prozent auf 25,5 Milliarden Dollar.

Konkurrent Citigroup verdiente im abgelaufenen Quartal unter dem Strich 3,8 Milliarden Dollar (3,4 Mrd Euro). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war das zwar ein Minus von elf Prozent, die Erwartungen der Analysten wurden dennoch übertroffen. Grund für den Rückgang war vor allem ein Gewinneinbruch in der konzerneigenen Abwicklungssparte Citi Holdings. Die Gesamterträge der Citigroup sanken um fünf Prozent auf 17,8 Milliarden Dollar. Die Rivalen Bank of America, Goldman Sachs und Morgan Stanley wollen ihre Quartalszahlen in der kommenden Woche veröffentlichen.

dpa

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