Verzögerung im Abgasskandal

Vier Wochen Verzug: Passat-Rückruf in der Warteschleife

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Beim Abgasskandal hängt VW dem Zeitplan hinterher.

Wolfsburg - Bei VW läuft es weiter überhaupt nicht rund: So lässt die erste große Rückrufwelle im Abgas-Skandal weiter auf sich warten.

Die ersten Dieselvarianten der Limousine VW-Passat mit dem Skandal-Motor EA 189 hätten schon in der neunten Kalenderwoche ab Ende Februar in die Werkstätten gesollt. Doch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat noch immer keine Freigabe für die Beseitigung der Betrugs-Software erteilt. Das war auch am Freitag noch nicht anders. Damit gibt es nun schon rund vier Wochen Verzug.

Der VW-Konzern will in diesem Jahr allein hierzulande 2,5 Millionen Fahrzeuge von der illegalen Software befreien. Das soll bis zum Ende des Jahres geschehen sein. Nun ist schon ein Quartal verstrichen. Bisher sind nur wenige Tausend VW-Amarok umgerüstet. Der Pick-up hatte vor einigen Wochen den Anfang des Rückrufes gemacht.

Eine Rechnung verdeutlicht, wie groß der Zeitverzug für den Konzern schon ist: Für 2,5 Millionen Wagen müsste Volkswagen jeden einzelnen Tag im Jahr knapp 7000 Autos in den Werkstätten umrüsten. Nur auf die Werktage gerechnet wären es noch mehr. In den bisherigen drei Monaten des Jahres hat der Autobauer nur ein einziges Tagessoll erreicht.

Keine Informationen über die Gründe

Zu den Hintergründen der Verzögerungen schweigen sich die Beteiligten aus. Dem Vernehmen nach gibt es Probleme mit einem womöglich höherem Kraftstoff-Verbrauch. Die Tests dazu könnten noch länger dauern.

Die mit der ersten großen Rückrufwelle anstehenden Varianten umfassen neben rund 160 000 VW-Passat auch knapp 90 000 Audis und Skodas. Die Halter dieser Wagen sind noch nicht angeschrieben - dafür braucht es die finale KBA-Freigabe. Bisher haben die Halter der 2,5 Millionen betroffenen Diesel nur Briefe mit grundlegenden Angaben erhalten.

dpa

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