"Hohes Maß an Gemeinsamkeit"

Weil: Volkswagen muss Wettbewerbsfähigkeit stärken

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Stephan Weil während einer Pressekonferenz auf dem Gelände des VW-Werks in Wolfsburg. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Wolfsburg - Im VW-Aufsichtsrat hat es zuletzt wiederholt Konflikte gegeben - Niedersachsens Regierungschef Weil spricht aber nun von einem "hohen Maß an Gemeinsamkeit". Es gebe ein großes gemeinsames Ziel.

Volkswagen muss aus Sicht von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil wettbewerbsfähiger werden: "Die Wettbewerbsfähigkeit muss weiter gestärkt werden, gerade mit Blick auf die Herausforderungen der Automobilindustrie".

Das sagte der SPD-Politiker und VW-Aufsichtsrat der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Das Land Niedersachsen ist zweitgrößter VW-Aktionär.

Vor allem die Konzern-Hauptmarke VW mit Modellen wie dem Golf und dem Passat ist ertragsschwach. Volkswagen will nun gegensteuern, dazu gibt es auch Verhandlungen zwischen dem Management und dem Betriebsrat über einen "Zukunftspakt".

Weil betonte, dass es im VW-Aufsichtsrat "ein hohes Maß an Gemeinsamkeit" gebe. "Insbesondere verbindet uns, dass VW wettbewerbsfähig sein muss, denn das ist die Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg und die Sicherheit von Arbeitsplätzen." Mit Blick auf den Aufsichtsrat ergänzte Weil: "Da ziehen wir an einem gemeinsamen Strang."

Zuletzt hatte es im Kontrollgremium wiederholt unterschiedliche Auffassungen gegeben. So hatte der Aufsichtsrat gegen die Stimmen der Mehrheitsaktionäre, der Familien Porsche und Piëch, beschlossen, dass Volkswagen seinen Aktionären trotz des Rekordverlustes eine Mini-Dividende zahlt. Das Land sowie die Arbeitnehmervertreter hatten sich außerdem dafür eingesetzt, die Bonuszahlungen für VW-Vorstände drastischer zu senken als dann geschehen.

Weil unterstrich die Bedeutung der neuen Konzern-Strategie 2025. Vorstandschef Matthias Müller hatte angekündigt, dass VW die Elektromobilität massiv ausbauen will. Angesichts des digitalen Wandels mit immer mehr Internet im Auto sollen außerdem Milliarden in neue Mobilitätsdienstleistungen investiert werden.

"Wir stehen vor einer großen Transformation in der Automobilindustrie", sagte Weil. Die Frage sei, was mit einem Teil der Wertschöpfung passiere. Die Grundsatzentscheidung für den Bau einer eigenen Batteriezellenfabrik sei gefallen. "Man muss nun darüber reden, was passt wie wohin, was sind die Auswirkungen und Kosten", sagte Weil. Das werde seine Zeit dauern. Auf die Frage, ob eine neue Batteriefabrik in Niedersachsen gebaut werden solle, sagte Weil: "Jede wirtschaftliche Aktivität in Niedersachsen ist mir sehr willkommen."

Mit Blick auch auf die Aufarbeitung des Abgasskandals sagte der niedersächsische Ministerpräsident, vor allem VW-Vorstandschef Müller habe bisher "sehr viel bewegt". Das gelte für alternative Antriebe, aber auch für das Thema Digitalisierung. "Man kann nur den Hut davor ziehen."

VW hatte vor mehr als einem dreiviertel Jahr zugegeben, bei Millionen von Dieselfahrzeugen eine Software eingesetzt zu haben, mit der Abgastests manipuliert werden konnten. Dies hatte den Konzern in eine schwere Krise gestürzt. "Die schwierigste Zeit war ganz am Anfang, als das ganze Ausmaß dieser Affäre deutlich geworden ist", sagte Weil. "Die zweite Hälfte des Septembers 2015 brauche ich nicht noch mal."

dpa

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