TÜV Süd weltweit auf Wachstumskurs

München - Bei der klassischen Autountersuchung ist der TÜV Süd in Deutschland und in der Türkei Marktführer. An Juni nimmt er auch in Indien Fahrzeuge unter die Lupe - ein riesiges Marktpotenzial.

Der TÜV Süd ist nach einem Rekordjahr weiter weltweit auf Expansionskurs. Der größte deutsche Prüfkonzern “wird immer mehr zum Global Player“, sagte Vorstandschef Axel Stepken am Mittwoch in München und kündigte für dieses Jahr erneut ein Dutzend Übernahmen an. Im Juni startet der TÜV Süd mit der klassischen Kfz-Hauptuntersuchung in Indien. Langfristig eröffneten sich damit “Dimensionen, die wir kaum abschätzen können“, sagte Stepken.

Vor allem mit Übernahmen im Ausland steigerte der weltweit fünftgrößte Prüfkonzern seinen Umsatz im vergangenen Jahr um rund 10 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro und den Betriebsgewinn um 12 Prozent auf 160 Millionen Euro. Der Heimatmarkt macht zwar immer noch knapp zwei Drittel des Geschäfts aus, aber das Auslandsgeschäft wächst doppelt so stark.

In der Türkei hat der TÜV Süd im vergangenen Jahr sechs Millionen Autos untersucht, in Deutschland fünf Millionen, und in Südafrika habe er soeben die einmillionste Fahrzeugprüfung gefeiert, sagte Vorstandsmitglied Horst Schneider. In den Schwellenländern sehe er “enormes Potenzial gerade im Bereich der Fahrzeug-Hauptuntersuchung“. In Indien seien Prüfungen bisher nur für Lastwagen, Busse und Taxis vorgeschrieben, aber es gebe Überlegungen, das zu ändern. Am 19. Juni eröffne der TÜV Süd seine erste Prüfstation in Neu Delhi. “Mit den enormen Wachstumsraten auf dem Mobilitätssektor gehört Indien zu den interessantesten, aber sicherlich auch schwierigsten Märkten für klassische Kfz-Prüfdienstleistungen weltweit“, sagte Schneider.

Die Tops und Flops im TÜV-Mängelreport

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Auch in den Schwellenländern verlangten die Kunden Prüfungen mit “deutscher Qualität“, sagte Stepken. Das reiche von der Industrie - dem größten Geschäftsfeld des TÜV Süd - über Mobilität bis zur Zertifizierung von Dienstleistungen. Lebensmittelsicherheit zum Beispiel sei für den TÜV Süd vor allem in Asien und Europa ein riesiger Markt. Für Megastädte biete der TÜV Süd komplette Infrastruktur-Prüfpakete an. Von den weltweit 17 000 TÜV-Süd-Mitarbeitern seien bereits 4000 in Asien tätig. In Deutschland stieg die Mitarbeiterzahl um 400 auf 10 000.

Für dieses Jahr gab Stepken erneut ehrgeizige Wachstumsziele aus: Der Münchner Prüfkonzern wolle erneut ein Dutzend Unternehmen übernehmen, den Umsatz auf mehr als 1,8 Milliarden Euro steigern und erneut über 1000 neue Arbeitsplätze schaffen. “Unser Hunger auf Übernahmen ist noch lange nicht gestillt“, sagte der Vorstandschef. “Unser Ziel ist es, bis 2014 einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro zu erzielen.“

Im Bereich der erneuerbaren Energie will der TÜV Süd in drei Jahren die Schwelle von 50 Millionen Euro Umsatz überschreiten. Bei der Sicherheitsprüfung von Elektroautos und Batterien wolle das Unternehmen weltweit die Nummer eins werden, sagte Vorstand Schneider. Mit sechs Millionen Euro Umsatz sei Elektromobilität für den TÜV Süd zwar “ein noch starkes Pflänzchen, aber eines mit starken Trieben“.

dpa

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