EU will Visakarten-Gebühren abschaffen

Brüssel - Die EU-Wettbewerbshüter wollen Visa zur Abschaffung seiner Interbankengebühren zwingen, um das Einkaufen für Millionen Kunden billiger zu machen.

Die Kommission leitete dazu am Dienstag die nächste Stufe ihres Kartellverfahrens gegen das Kartenunternehmen ein und übersandte Visa ihre konkreten Einwände. Die sogenannten Interchangegebühren muss ein Händler über seine Bank an die Bank des Karteninhabers entrichten, wenn der Kunde im EU-Ausland per Visa bezahlt. Nach Angaben des Handelsverbandes Deutschland (HDE) kostet das die deutschen Einzelhandelsunternehmen jährlich 250 Millionen Euro. “Dadurch steigen letztlich die Preise für die Verbraucher“, sagte Kommissionssprecher Antoin Colombani.

Das Verfahren läuft schon seit vier Jahren. Aus Sicht der Kommission machen die Gebühren grenzüberschreitende Visa-Geschäfte unzulässig teuer und verhindern den Kostenwettbewerb unter den Banken. Das sei ein Verstoß gegen die EU-Wettbewerbsregeln, erklärte die Kommission. Gestärkt sieht sie sich durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom Mai. Der hatte Visa-Konkurrent Mastercard entsprechende Gebühren untersagt, weil er sie als wettbewerbswidrig betrachtet. Visa hat nun Gelegenheit, auf die Einwände Brüssels einzugehen. Andernfalls kann die Kommission hohe Bußgelder verhängen.

dapd

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