Wütende Briten wegen Großauftrag an Siemens

London - Ein Großauftrag an den Elektrokonzern Siemens zum Bau von Waggons für den Londoner Pendlerzug Thameslink sorgt in Großbritannien für Ärger. Die größte Gewerkschaft der Insel droht mit Kampf.

Die größte Gewerkschaft Unite drohte am Sonntag, für die Auftragsvergabe an den unterlegenen britischen Bombardier-Konzern “Schritt für Schritt“ zu kämpfen. Bombardier hat vor dem Abbau von 1400 Stellen oder sogar der Schließung seines Werkes im nordenglischen Derby gewarnt.

Zwar könne der letzte britische Eisenbahnhersteller vor der Schließung gerettet werden, wenn die Regierung in London ihm einen “lukrativen Auftrag“ zum Umbau von 57 Diesel- in Elektro-Zügen vergebe, berichtete die Nachrichtenagentur PA am Sonntag. Bombardier habe diese Züge ursprünglich gebaut und führe derzeit eine Machbarkeits- und Rentabilitätsstudie durch. Unite warnte jedoch, im Vergleich zum Thameslink-Auftrag sei dieses Projekt zu klein und mit zu vielen Unwägbarkeiten verbunden.

Siemens will die 1200 Waggons in Krefeld fertigen lassen, hat aber auch die Schaffung von 2000 Stellen in Großbritannien angekündigt. Bombardier hat jüngst bereits einen Auftrag an das japanische Unternehmen Hitachi verloren. Europäischem Wettbewerbsrecht zufolge müssen die EU-Staaten öffentliche Aufträge EU-weit ausschreiben.

dpa

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