Konzern behauptet sich auch in der Krise

RWE senkt erneut die Gaspreise

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RWE senkt erneut die Gaspreise

Essen - Der zweitgrößte deutsche Energiekonzern RWE wird am 1. Juli zum dritten Mal in diesem Jahr die Gaspreise senken - um bis zu 15 Prozent.

Der Energieriese gebe damit die gesunkenen Beschaffungskosten an die Kunden weiter, sagte RWE-Finanzvorstand Rolf Pohlig am Donnerstag in Essen. Insgesamt seien damit in diesem Jahr die Gaspreise bereits bis zu ein Drittel zurückgegangen. “Damit werden die Preiserhöhungen des Jahres 2008 mehr als ausgeglichen“, sagte der Manager. Für einen durchschnittlichen Haushaltskunden mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden summieren sich die Preissenkungen laut RWE übers Jahr zu einer Ersparnis bis zu 450 Euro. Der Konzern versorgt in Deutschland rund eine Million Haushalte mit Gas. Dessen Preis ist traditionell an den Mineralölpreis gekoppelt, folgt seiner Entwicklung aber in der Regel mit einer Verzögerung von etwa sechs Monaten.

RWE plant Ergebnis auf Vorjahresniveau

Obwohl die weltweite Wirtschaftskrise inzwischen die Energiepreise weltweit auf Talfahrt geschickt hat, kann sich der Essener Konzern bislang gut behaupten. Im ersten Quartal steigerte RWE den Umsatz um 8 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis legte um 5 Prozent auf 2,6 Milliarden zu, das nachhaltige Nettoergebnis um 6 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern ungeachtet der Konjunkturkrise ein betriebliches Ergebnis und ein nachhaltiges Nettoergebnis auf Vorjahresniveau. Nur beim Umsatz ruderte RWE leicht zurück. Statt eines Wachstums beim Umsatz erwartet der Energieversorger nur noch Erlöse auf Vorjahresniveau. Hier mache sich nicht zuletzt der Preisverfall beim Gas bemerkbar, meinte Pohlig.

Konzern profitiert von langfristigen Lieferverträgen

Der Essener Konzern profitiert zurzeit von seinen langfristigen Lieferverträgen. Die Stromproduktion des laufenden Jahres wurde zum großen Teil bereits vor Jahren verkauft - zu deutlich höheren Preisen als sie zurzeit an der Strombörse zu erzielen sind. Auch die Stromproduktion des Jahres 2010 sei bereits zu mehr als 80 Prozent an den Mann gebracht, sagte Pohlig. Selbst die Tatsache, dass die Nachfrage der Industrie nach Strom durch die Konjunkturkrise um fast 10 Prozent gesunken ist, hat bislang kaum Spuren in der Bilanz des Energieriesen hinterlassen. Mit den Großkunden seien hauptsächlich sogenannte “take-or-pay-Verträge“ abgeschlossen worden, berichtete Pohlig. Der Kunde müsse die Menge bezahlen, die er bestellt habe, ob er sie brauche oder nicht.

RWE will Essent-Übernahme im 3. Quartal abschließen

Zuversichtlich zeigte sich der Manager, was die RWE-Pläne zur Übernahme des niederländischen Konkurrenten Essent angeht. Inzwischen hätten sich rund 56 Prozent der Essent-Aktionäre bereiterklärt, das 9,3 Milliarden Euro schwere Kaufangebot anzunehmen. Der Konzern gehe nach wie vor davon aus, das Geschäft trotz mancher Widerstände in den Niederlanden noch im dritten Quartal abschließen zu können. Bislang hat RWE die Übernahme davon abhängig gemacht, dass mindestens 80 Prozent der Essent-Aktionäre dem Kaufangebot zustimmen. Doch ist angesichts des noch ausstehenden Votums des mit 30,8 Prozent größten Anteilseigners von Essent, der Provinz Nordbrabant, noch unsicher, ob diese Quote wirklich erreicht wird. Pohlig ließ offen, ob der Konzern bereit ist, sich mit einem geringeren Anteil abzufinden.

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