Neuer Glanz für Klassiker

Oldtimer: Altes Blech frisch aus der Fabrik

Bereit für ein zweites Leben: Die Oldtimerwerkstätten der Hersteller hauchen dem alten Blech neuen Glanz ein. Foto: Daimler AG/Anke Luckmann
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Bereit für ein zweites Leben: Die Oldtimerwerkstätten der Hersteller hauchen dem alten Blech neuen Glanz ein.
Rückblick mit Zukunft: Porsche Classic versorgt alle Autos, deren Produktionsende mehr als 15 Jahre zurückliegt. Auch der Nachbau von Ersatzteilen sowie Service und Wartung werden angeboten. Foto: Markus Scholz
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Rückblick mit Zukunft: Porsche Classic versorgt alle Autos, deren Produktionsende mehr als 15 Jahre zurückliegt. Auch der Nachbau von Ersatzteilen sowie Service und Wartung werden angeboten.
Reparaturnetz: Weltweit gibt es derzeit 27 Porsche-Classic-Partner in 15 Ländern. Generell könne aber jedes Porsche-Zentrum Wartung und Reparatur übernehmen. Foto: Markus Scholz
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Reparaturnetz: Weltweit gibt es derzeit 27 Porsche-Classic-Partner in 15 Ländern. Generell könne aber jedes Porsche-Zentrum Wartung und Reparatur übernehmen. 
Arbeiten an klassischem Untergrund: Spezialist Karl-Heinz Wagner arbeitet in der Werkstatt des Porsche-Zentrums Hamburg Nord-West an einem 911 S von 1971. Foto: Markus Scholz
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Arbeiten an klassischem Untergrund: Spezialist Karl-Heinz Wagner arbeitet in der Werkstatt des Porsche-Zentrums Hamburg Nord-West an einem 911 S von 1971. 
Gut gerüstet: Mercedes bietet eine umfassende Ersatzteilversorgung für Modelle ab Mitte der 50er Jahre an. Foto: Daimler AG/Anke Luckmann
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Gut gerüstet: Mercedes bietet eine umfassende Ersatzteilversorgung für Modelle ab Mitte der 50er Jahre an.
Oldtimer boomen: Immer mehr Hersteller und Tuner wie zum Beispiel Brabus setzen auf eigene Klassikabteilungen, um Service, Reparatur und Restaurationen anzubieten. Foto: Daimler AG
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Oldtimer boomen: Immer mehr Hersteller und Tuner wie zum Beispiel Brabus setzen auf eigene Klassikabteilungen, um Service, Reparatur und Restaurationen anzubieten. 

Alte Autos lassen sich nicht mit dem Computer reparieren. Handwerk und viel Erfahrung sind gefragt. Immer mehr Hersteller bieten Service und Restaurierungen für ihre alten Fahrzeuge an.

Der Motor spuckt, stottert und läuft irgendwie unrund. Wo steckt das Problem? Zündung, Vergaser oder Kraftstoffleitung? Ein Diagnosestecker zum Fehlerauslesen fehlt.

Mancher Mechatroniker mag bei so viel alter Technik ahnungslos den Kopf schütteln. Denn nur noch wenige Kfz-Betriebe kennen sich umfassend mit Vergaser, Mechanik und Chrom aus, oder es fehlt ihnen an Ersatzteilen.

Darauf reagieren nicht nur Spezialbetriebe, sondern auch immer mehr Hersteller. Audi, BMW, Mercedes, Porsche, Lamborghini und VW haben längst erkannt, dass sich mit altem Blech gutes Geld verdienen lässt. Sie lassen Ersatzteile nachbauen und bieten über Händler auch Service und Wartung an - bis hin zu vollständigen Restaurationen.

Bei Mercedes gibt es zum Beispiel eine umfassende Ersatzteilversorgung für Modelle ab Mitte der 1950er Jahre, bei Audi für Modelle ab 1980. In der Regel werden die Traditionsabteilungen erst ab 15 Jahre nach dem Auslaufen des Modells aktiv und steigern dann im Lauf der Jahre das Angebot von Ersatzteilen. BMW Classic offeriert für seine historischen Modelle derzeit etwa 55 000 Teile, jährlich kommen etwa 500 neue hinzu. Die Originalteile lassen Hersteller wie Mercedes nach den Zeichnungen und Standards aus der jeweiligen Zeit fertigen.

Einzelne Mercedes-Betriebe widmen sich gezielt den Klassikern. Seit 2015 gibt es den Verbund Classic Partner. Als Partner können sich Betriebe bewerben, die eine bestimmte Werkstattausstattung, Spezialwerkzeug, Literatur und ein besonderes Verständnis von der Funktionsweise auch solcher Bauteile und -gruppen haben, die nicht mehr zum aktuellen Programm gehören.

Geschäft mit historischen Autos

Viele Händler und Niederlassungen bieten auch komplette Restaurierungen an. "Entscheidend sind aber auch Erfahrung und gelebte Praxis, vor allem von solchen Mitarbeitern, die bereits vor 20 oder sogar mehr Jahren an den Fahrzeugen gearbeitet haben, als diese noch Teil des Alltags und keine Objekte von Sammlern waren", sagt Dietmar Göllner von Mercedes-Benz Tradition.

Porsche Classic ist für die Versorgung aller Fahrzeuge zuständig, deren Produktionsende mehr als 15 Jahre zurückliegt. So baut man zum Beispiel die Armaturentafel des 911 aus den Baujahren 1969 bis 1975 nach. Porsche bietet seit mehr als 30 Jahren weltweit Services für klassische Fahrzeuge an. 2013 etablierte das Unternehmen zertifizierte Classic-Partner.

"Jedes Porsche-Zentrum kann generell klassische Porsche-Fahrzeuge warten und reparieren", sagt Ingo Frenkel, Leiter des Kundenzentrums bei Porsche. Weltweit gibt es derzeit 27 Porsche-Classic-Partner in 15 Ländern. Die Partner bieten neben Wartung und Reparatur auch Restaurierungen an.

Auch Zulieferer wie der Getriebehersteller ZF oder Bosch haben das Geschäft mit historischen Autos für sich entdeckt. "Wir fertigen nach Kundenwünschen Getriebe oder Ersatzteile nach, prüfen jede Nachfrage", sagt Janine Vogler von ZF.

Die BMW Group Classic begann 2008 mit der Wartung, Reparatur und Restaurierung von Kundenfahrzeugen. "Grundsätzlich kann jeder BMW-Händler klassische Fahrzeuge warten und reparieren", sagt Georg Blumoser von der BMW Group Classic. Es sei von den einzelnen Werkstätten abhängig, ob noch das benötigte Spezialwerkzeug, Know-how und auch der Wille der Geschäftsleitung vorhanden ist.

Bei einer kompletten Restaurierung würde es bei den Händlern meist schwierig, oft fehlt es in den Werkstätten an Platz, ein Fahrzeug über Monate stehen zu lassen. "Deshalb haben wir in den USA Stützpunkthändler im Pkw-Bereich sowie in Deutschland im Motorradbereich eingeführt. Dieses Jahr sollen 30 Stützpunkthändler für Autos in Deutschland hinzukommen", sagt Blumoser.

Die beliebtesten Oldtimer

Nach großem Schwund in der Vergangenheit hat sich der Trabant im vergangenen Jahr einigermaßen gehalten. 32.311 der kleinen DDR-Autos waren am 1. Januar 2014 noch zugelassen. Das waren nur knapp 1150 weniger als vor einem Jahr.
Nach großem Schwund in der Vergangenheit hat sich der Trabant im vergangenen Jahr einigermaßen gehalten. 32.311 der kleinen DDR-Autos waren am 1. Januar 2014 noch zugelassen. Das waren nur knapp 1150 weniger als vor einem Jahr. © dpa
Rund oder eckig: An den Scheinwerfern der ersten Generation der Mercedes-Benz Baureihe 123 (1975 bis 1985) konnte man Spitzenmodelle und die weniger stark motorisierten Versionen unterscheiden. Später hatten alle Typen die Rechteckscheinwerfer.
Rund oder eckig: An den Scheinwerfern der ersten Generation der Mercedes-Benz Baureihe 123 (1975 bis 1985) konnte man Spitzenmodelle und die weniger stark motorisierten Versionen unterscheiden. Später hatten alle Typen die Rechteckscheinwerfer. © Mercedes
Das Modell wurde von 1975 bis 1986 gebaut, auch als T-Modell.
Der Mercedes Kombi wurde von 1975 bis 1986 gebaut und wird auch als T-Modell bezeichnet.  © Mercedes
Der schnellste Aufsteiger in den Top Ten der H-Kennzeichen-Oldtimer ist der Mercedes-Benz der Baureihe W 123.  2012 waren 8.869 Fahrzeuge mit H-Kennzeichen unterwegs.
Der schnellste Aufsteiger in den Top Ten der H-Kennzeichen-Oldtimer ist der Mercedes-Benz der Baureihe W 123. Mittlerweile sind 2012 8.869 Fahrzeuge mit H-Kennzeichen unterwegs. © Mercedes
Opel Kadett: 3.313 Fahrzeuge
Opel Kadett - Baujahr 1962 bis 1965. © Opel
Kultstatus hat auch die Pagode 113 SL von Mercedes Benz.
Kultstatus hat auch die Pagode 113 SL von Mercedes Benz. © Mercedes Benz
Unter den Sportwagen ist der Porsche 911/912  der Favorit.
Unter den Sportwagen ist der Porsche 911/912  der Favorit. © Porsche
Der Mercedes "SL" der Baureihe 107 (2012: 8.048 Fahrzeuge) .
Der Mercedes "SL" der Baureihe 107 (2012: 8.048 Fahrzeuge). © Mercedes
Fahrzeuge der Baureihe 110/111. Das Modell mit der "Heckflosse".
4987 Fahrzeuge der Baureihe 110/111. Das Modell mit der "Heckflosse". © Mercedes
Mercedes-Benz mit der Modellreihe 114/115 in Oldtimerkreisen liebevoll "Strich-Acht" genannt (7154 Einheiten 2012).
Mercedes-Benz mit der Modellreihe 114/115 in Oldtimerkreisen liebevoll "Strich-Acht" genannt (7154 Einheiten 2012). © Mercedes
Oldtimer werden in Deutschland immer beliebter: absoluter Liebling unter den alten Autos ist der VW Käfer. 27.380 der knuffigen Fahrzeuge fahren 2012 mit einem H-Kennzeichen rum.
Oldtimer werden in Deutschland immer beliebter: absoluter Liebling unter den alten Autos ist der VW Käfer. 2012 waren 27.380 der knuffigen Fahrzeuge mit einem H-Kennzeichen unterwegs. 2013 sind es laut KBA etwa 50.000 Stück. © dpa
"Der Tag, an dem der Manta kommt." Im September 1970 stellt Opel das neue Sport-Coupé am Timmendorfer Strand der Presse vor.
"Der Tag, an dem der Manta kommt." Im September 1970 stellt Opel das neue Sport-Coupé vor. 3.787 Exemplare waren laut KBA 2013 in Deutschland gemeldet. © Opel
Opel Ascona
Auch der Opel Ascona machte in den 70ern Karriere. Heute ist ein schöner Opel Ascona eine echte Rarität. Allerdings ist der Manta bei den Oldtimer-Liebhabern beliebter. © Opel
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Französisches Kultauto: Citroen 2CV liebevoll "Ente" genannt. © dpa
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"Laissez-faire", bedeutet so viel wie "einfach laufen lassen" - der Renault 4 inszeniert diesen Lebensstil. Der Renault 4 ist die erste Kombi-Limousine mit vier Türen und großer Heckklappe. Der kleine Franzose ist auf deutschen Straßen aber mittlerweile sehr selten. © Renault

dpa/tmn

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