Wer hat die Nase vorn?

Das Duell der Zwerge: Citroën C1 vs. Toyota Aygo

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Die Stars und ihre Kritiker: Unser Redakteur Oliver Menner (l.) testete den C1, Kollegin Dorita Plange den Aygo.

Zwei bau-gleiche Modelle im Segment der Kleinst­wagen buhlen derzeit um die Gunst der Käufer: ­Citroëns C1 und Toyotas Aygo. Wir haben die beiden Winzlinge zum „Duell“ gebeten.

Blechkleid, Fahrkomfort, Ausstattung – hat am Ende einer die Nase vorn? Technisch gleich – und doch anders? Franzosen-Mini vs. Japan-Winzling - die Eindrücke unserer Redakteure:

Citroën C1 -  erster Eindruck

Alles, nur nicht langweilig, lautet das Motto im Kleinstwagensegment bei Citroën. Der C1 bietet dem fahrenden Volk große Bullaugen, acht Lackierungen sowie Farbvielfalt im Kunststoffinnenraum, nette Details wie einen lustigen Retro-Rundtacho und sogar relativ viel Platz.

Hinten haben aber selbst Kinder ihre Knieprobleme, und der Einstieg im Dreitürer wird zur Yogaübung (Aufpreis vier Türen: 450 Euro). Highlight ist ein optionales Faltdach fürs frühlingsfrische Oben-ohne-Feeling.

Fahren

Grrrrrrriffig will er sein und knurrrrrrrt daher auch schon im Stand wie frisch vom Formel-1-Kindergarten abgeholt! Mit seinen 915 Kilo und den Sprinterqualitäten des Dreizylinders (1,2 Liter, 82 PS, maximales Drehmoment von 118 Newtonmeter, Verbrauch um die fünf Liter) könnten wir den flottesten Pizzaservice der Stadt aufziehen!

Dazu ist der C1 recht wendig und findet mit seinen 3,46 Metern passgenau in jede Parklücke. Dank komfortablem Fahrwerk und gut abgestimmter, leichtgängiger Fünfgangschaltung hat man auch Spaß am Fahren. Auf der schnellen Landstraße zieht’s unseren Kleinen allerdings schon fast automatisch aus der Kurve. Also: knurren lassen, aber dabei bitte ganz sanft bleiben!

Die Autobahn saugt unserem ambitionierten Rallye-Röhrling rasch die Puste ab: sowohl von der Beschleunigung als auch von der Endgeschwindigkeit her. Knapp unter den maximalen 170 km/h geh ich lieber runter vom Gas und lass den Nerven­kitzel. Man muss nicht alles können! Die City ist halt einfach dein Revier, Kleiner!

Ausstattung

Zu komisch! Mein Miniauto hat eine Rückfahrkamera (250 Euro optional). Netter Versuch, Luxus zu suggerieren! Kaum schaust du hin, biste aber auch schon draußen aus der Parklücke! Aber egal. Auch die weiteren optionalen Gimmicks sind nett – etwa die 15-Zoll-Leichtmetallfelgen, Chromleisten und natürlich das tolle Faltdach Airscape (plus 2400 Euro!).

Technik/Preis/Sicherheit

In der Basis (dann aber mit schlaffem Einliter-69-PS-Benziner und ohne Servolenkung) ist der C1 schon ab günstigen 8900 Euro zu bekommen. Satte 12 500 Euro müsste investieren, wer unsere Testvariante „Shine“ kaufen wollte. Ansonsten bietet der C1 in puncto Sicherheit sechs Airbags, ESP, ABS und Antriebsschlupfregelung ASR.

Citroën C1: Fazit

Munterer, wendiger Kleinstgefährte für reichlich Auslauf in der Stadt (aber besser nur da!) – seine leichte Rennwägelchen-Attitüde sollte man mit Humor nehmen. Idealer Zweitwagen.

Citroen C1

Der neue Citroen C1

Oliver Menner

Toyota Aygo - erster Eindruck

Der treibt’s ja ganz schön bunt: Ein freches, neues Gesicht im X-Design, mit knallbunten, individuell kombinier- und austauschbaren (!) Karosserieteilen in allen Farben für innen und außen. Innen bequeme Sportschalensitze vorne, alle Instrumente sind übersichtlich angeordnet, das Lederlenkrad verfügt über integrierte Bedienelemente für Licht, Sound und Telefon. Top! Hinten allerdings offenbart sich das Modell Saftpresse. Alles klein, eng und kurz für zwei Mitfahrer im Fonds. Dazu hinten nur Ausstellfenster. Fünf Türen erleichtern den Einstieg ungemein,

Fahren

Was für ein Getöse! Der Einliter-Dreizylinder röhrt wie ein aufgebohrter Rasenmäher. Aber: Das Leichtgewicht zieht im Stadtverkehr ab wie eine rote Rakete. Nach Werksangaben stehen schon bei 2000 U/min 90 Prozent des Drehmoments zur Verfügung. Das macht Spaß! Die Fünfgangschaltung ist präzise, die Lenkung wirkt schwammig. Auf der Autobahn packen wir immerhin Tempo 165 ohne allzu großen Verlust des Sicherheitsgefühls. Schneller muss es nicht sein.

Ausstattung

Da macht der Kleine manchen Großen nass: Riesen-Touchscreen mit integrierter Rückfahrkamera (!), gestochen scharfe Navi-Darstellung mit witziger Grafik, persönlichem Handy-Telefonbuch, Online-Navigation, Facebook-Zugriff und Internetradio. Die weibliche Navi-Stimme hat einen charmanten Sprachfehler – Aygo grüßt Lispel-Moderatorin Katja Burkard! USB- und Kopf­hörer­anschluss sind gut erreichbar. Dazu elektrische Fensterheber vorn und Zentralverriegelung. Und was blinkt da im (Mini-)Handschuhfach? Richtig: Das bordeigene, passwortgeschützte WLAN!

Kleine Abstriche bei der zugigen Lüftung und dem kleinen Kofferraum. Aber Hilfe ist nahe: Mit nur einem Handgriff lassen sich die Rücklehnen kippen. Nur ein einziges Mal brauchte ich die Gebrauchsanleitung: Zum Auffinden der Motorhauben-Entriegelung im Fußraum (und dabei empfiehlt sich ein Kopfstand).

Technik/Preis/Sicherheit

In der Basisversion ist der Aygo bereits ab 9950 Euro zu haben. Die Testversion x-play-touch – 1,0-l-VVT-i mit 51kw (69 PS) – steht für 12 350 Euro bereit. In puncto Sicherheit bietet der Kleine ABS, EBD, eine steife Sicherheitskarosserie und zusätzlich Kopfairbags über die gesamte Länge des Inneraumes.

Toyota Aygo Fazit

Ein charmanter und preisgünstiger Stadtflitzer – randvoll mit praktischen Überraschungen. Den werden nicht nur junge Leute lieben.

Toyota Aygo

Toyota Aygo

Dorita Plange

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