Mehr Sicherheit

Fahrradhelm warnt Auto in Zukunft vor Kollision

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Mit einem vernetzten Volvo Modell und einem Prototypen eines Fahrradhelms könnten Auto- und Fahrradfahrer in Zukunft miteinander kommunizieren.

Fahrradfahrer werden schnell von Autofahrern übersehen. Kommt es zum Crash, sind die Folgen oft dramatisch. In Zukunft kann der Radhelm mit dem Auto sprechen, warnen und eine Kollision verhindern.  

Besonders beim Abbiegen werden Fahrradfahrer häufig von Autofahrern übersehen: Autofahrer vergessen den Schulterblick oder die Sicht wird durch parkende Fahrzeuge behindert.

Doch selbst bei Tempo 20 ist eine Kollision mit einem Auto für einen Radfahrer lebensbedrohlich. Allein in Deutschland verunglückten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2012 insgesamt 74.776 Fahrradfahrer, 406 davon tödlich.

Voll übersehen! Neues System soll Unfälle zwischen Fahrradfahrern und Autos verhindern.

Um in Zukunft schwere Unfälle zu verhindern, hat Volvo ein neues Sicherheitssystem entwickelt. Dabei sprechen Auto und Fahrradhelm miteinander. Droht ein Crash, werden beide Fahrer alarmiert: Der Autofahrer bekommt eine Warnung direkt ins Head-up-Display. Und zwar schon bevor das menschliche Auge den Radfahrer überhaupt wahrnehmen kann: wie im toten Winkel, versteckt hinter einem stehenden Fahrzeug oder bei Dunkelheit. Gleichzeitig leuchtet beim Fahrradfahrer ein Warnlicht an seinem Helm auf. 

Damit das Warnsystem funktioniert, müssen Auto und Fahrradhelm aber miteinander vernetzt sein. Mit seinem Smartphone oder Handy aktiviert der Fahrradfahrer eine App, um seine Position über GPS an die Volvo Cloud des Fahrzeugs zu übermitteln. 

Volvo hat das neue Konzept gemeinsam mit dem Fahrradhelm-Hersteller POC und Ericsson entwickelt. Auf der International Consumer Electronics Show (CES) vom 6. bis 9. Januar 2015 in Las Vegas stellt der schwedische Autobauer das System nun erstmals vor.

Schon der neuen Volvo XC90 hat serienmäßig ein Assistenzsystem an Bord, dass im Stadtverkehr eine Unfälle mit Fahrradfahrern verhindern soll. Das sogenannte "City Safety System" warnt vor einem Zusammenstoß und leitet im Notfall eine Vollbremsung ein.

Crash-Test mit Radfahrer: Das passiert beim Aufprall

Fahrradunfall: Das passiert beim Aufprall
2012 gab es in Deutschland 74.961 Unfälle mit Radfahrern und Personenschaden. Dabei wurden 417 Menschen getötet, 14.496 schwer verletzt und 64.835 leicht verletzt. Innerorts ist jeder vierte Getötete im Straßenverkehr ein Radfahrer. 54 Prozent der getöteten Radfahrer waren über 65 Jahre alt. © UDV
Fahrradunfall: Das passiert beim Aufprall
Es ist nur ein Blick, doch falls Autofahrer diesen Schulterblick vergessen, sind die Folgen oft dramatisch. Radfahrer haben selbst bei Tempo 20 keine Chance, wenn ein Autofahrer sie beim Abbiegen übersieht. Was beim Aufprall passiert, zeigt jetzt die Unfallforschung der Versicherer (UDV) bei einem Crashtest. © UDV
Fahrradunfall: Das passiert beim Aufprall
Rechtsabbiegende Autos sind für geradeausfahrende Radfahrer besonders gefährlich, so das Ergebnis der UDV-Studie. Eine Unfallart, die fast ausschließlich vom Autofahrer verursacht wird und in 80 Prozent der Fälle mit Verletzten endet. © UDV
Fahrradunfall: Das passiert beim Aufprall
In 90 Prozent hatten die Autofahrer Schuld am Crash. © UDV
Fahrradunfall: Das passiert beim Aufprall
Häufigste Fehler der Autofahrer: Fehler beim Abbiegen, Nichtbeachten der Vorfahrt und Einfahren in den fließenden Verkehr. © UDV
Fahrradunfall: Das passiert beim Aufprall
Häufigste Fehler der Radfahrer: falsche Fahrbahn oder falsche Straßenseite, Alkohol und Einfahren in den fließenden Verkehr. © UDV
Fahrradunfall: Das passiert beim Aufprall
Schulterblick und bei schlechter Sicht mehrmals zu schauen - das allein könnten, laut der Studie, Fahrradunfälle verhindern.   © UDV
Fahrradunfall: Das passiert beim Aufprall
Auch Radfahrer sollten zur eigenen Sicherheit auch auf Vorfahrtsrecht verzichten. © UDV
Fahrradunfall: Das passiert beim Aufprall
Wenn's kracht, verletzten sich Radfahrer an Beinen und Armen. Teilweise gibt es ganz schwere Brustkorbverletzungen, dabei wird dann die Lunge eingedrückt. Und das ist lebensbedrohlich. In jedem vierten Fall kommt es auch zu einer schweren Kopfverletzung, insbesondere dann, wenn der Radfahrer keinen Helm getragen hat. © UDV

ml

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