OLG Urteil

Fahrzeugschein im Auto - kein Diebstahl-Risiko?

+
Papiere im Handschuhfach galten bis jetzt als Einladung für Autodiebe.

Viele Autofahrer deponieren ihre Fahrzeugpapiere im Handschuhfach. Für Kfz-Versicherungen ist dieses Verhalten quasi eine Einladung zum Diebstahl. Doch ein Gericht hat anders entschieden.

Wer seine Fahrzeugpapiere regelmäßig im Auto belässt, trägt damit nicht automatisch dazu bei, dass es gestohlen werden könnte. Durch die Aufbewahrung der Papiere im Auto wird das versicherte Diebstahl-Risiko nicht wirklich erhöht. Da kaum anzunehmen ist, dass ein von außen nicht sichtbar im Wagen zurückgelassener Fahrzeugschein einen Gelegenheitseinbrecher erst dazu motiviert, mit dem überraschend vorgefundenen Dokument auch den ganzen Wagen zu entwenden. Diese Auffassung hat das Oberlandesgericht Hamm vertreten (Az. 20 U 226/12).

Wie die Deutsche Anwaltshotline berichtet, bringe die spontane Entwendung eines kompletten Fahrzeugs ein erhebliches zusätzliches Täter-Risiko mit sich. Das wird von Dieben erfahrungsgemäß nicht eingegangen, die typischerweise aufs "schnelle Geld", aber nicht auf die komplizierte Verwertung eines gestohlenen Fahrzeugs aus sind.

Von einer grob fahrlässigen Erhöhung der Gefahr, auf die sich die Versicherung beruft, könne sowieso nur bei nachträglichen Änderungen der zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses vorhandenen Umstände die Rede sein, welche den Eintritt des Versicherungsfalles oder eine Vergrößerung des Schadens wahrscheinlich machen. Was ausgeschlossen ist, wenn der Autohalter seine Papiere schon immer, also bereits vor dem Versicherungsabschluss, im Wagen aufbewahrte.

Das Gericht ist der Meinung, dass die Aufbewahrung der Fahrzeugpapiere im Wagen prinzipiell nicht gefahrerhöhend wirke, nur weil der Besitz der Zulassungsbescheinigung das Wegschaffen und Veräußern des Fahrzeugs zumindest erleichtere und einen potentiellen Dieb so zur Entwendung motivieren könne.

Die Lieblinge der Autodiebe 2012

Die meist gestohlenen Autos 2010
Zu den heiß begehrten Lieblingen der Autodiebe gehören 2012 zwei BMW Modelle: Der BMW X6 Xdrive 40 D mit 26,6 gestohlenen Exemplaren pro 1.000 kaskoversicherter Pkw und einer durchschnittlichen Entschädigungssumme von 45.227 Euro belegt den Spitzenplatz in der "Klauliste" 2012.  © Hersteller
Die meist gestohlenen Autos 2010
Dann folgt der BMW M390 (M3 Coupe) mit 19,7 gestohlenen Exemplaren pro 1.000 kaskoversicherter Pkw. Schadensaufwand im Schnitt 47.227 Euro ( 2011 belegte das Coupé in der Statistik noch Platz 6). © Hersteller
Die meist gestohlenen Autos 2010
Auf Platz drei liegt der Toyota Lexus RX350 mit 15,4 Pkw pro 1.000. Damit verteidigt die Marke ihre Position im vergangenen Jahr. Insgesamt 15,1 pro 1.000 versicherter Fahrzeuge dieses Typs wechselten ungewollt den Besitzer. Entschädigungssumme 45.811 Euro. © Hersteller
Die meist gestohlenen Autos 2010
4. Platz: Der BMW X5 SD mit cirka 12,3 gestohlenen Exemplaren pro 1.000 kaskoversicherten Autos und einer Entschädigungssumme von 44.060 Euro. Den 6. Platz belegt der BMW X5 3.0 D. Der Schadensaufwand der Versicherung betrung hier durschnittlich 38.946 Euro- © Hersteller
Die meist gestohlenen Autos 2010
5. Platz: Der VW T4 Caravelle und Multivan 2.5 TDI mit 11,8 gestohlenen Fahrzeugen pro 1.000. © Hersteller
Die meist gestohlenen Autos 2010
7. Platz: der Toyota Landcruiser 3.0 D-4D mit 9,2 Exemplaren pro 1.000 versicherten Fahrzeugen. Durchschnittlicher Schadenaufwand 27.900. © Hersteller
BMW 335D
8. Platz: BMW 335D mit 7,9 Exemplaren pro 1.000 versicherten Fahrzeugen. Durchschnittlicher Schadenaufwand 27.977 Euro. Besonders beliebt bei den Autodieben sind Fahrzeuge im Alter von vier bis sieben Jahren. Wenn ein Auto acht Jahre oder älter ist, nimmt das Interesse der Autodiebe dann rapide ab. © BMW
VW T5 Multivan California 1.9 TDI
9. Platz: VW T5 Multivan California 1.9 TDI mit 7,6 Exemplaren pro 1.000 versicherten Fahrzeugen. Durchschnittlicher Schadenaufwand 19.203 Euro. © VW
BMW 730D
10. Platz: BMW 730D mit einem durchschnittlichen Schadensaufwand von 24.036 Euro. © BMW
Honda CR-V 2.0
11. Platz: Honda CR-V 2.0 mit einem durchschnittlichen Schadensaufwand von 18.673 Euro. © Honda
Golf IV Syncro
12. Platz: Golf IV Syncro mit Schadensaufwand im Schnitt 7.834 Euro © VW
Audi Quattro 1.8T
13. Platz: Audi Quattro 1.8T mit einem durchschnittlichen Schadensaufwand von 10.243 Euro © Audi
BMW 525D Modell Oktober 2011
14. Platz: BMW 525D - durchschnittlicher Schadensaufwand von 19.475 Euro. © BMW
Renault Laguna Grandtour
15. Platz: Renault Laguna Grandtour mit einem durchschnittlichen Schadensaufwand von 13.100 Euro. © Renault
Die meist gestohlenen Autos 2010
16. Platz: Der BMW 535D mit einem durchschnittlichen Schadensaufwand von 20.540 Euro. © Hersteller
Die meist gestohlenen Autos 2010
Der Cayenne, der über Jahre die Hitliste der am häufigsten gestohlenen Fahrzeuge mit anführte, ist aus der Hitliste der Diebe rausgegerutscht. Trotz allem ist die Marke Porsche bei den Autoklauern sehr beliebt. Hinter Audi und BMW belegt Porsche unter den Marken Platz drei. © Hersteller

ampnet/nic

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Kurioses Blitzerfoto: Ente zu schnell in 30er-Zone
Kurioses Blitzerfoto: Ente zu schnell in 30er-Zone
Aldi: Deshalb muss ein Mann 20 Euro Bußgeld zahlen
Aldi: Deshalb muss ein Mann 20 Euro Bußgeld zahlen
Wo müssen Autofahrer bei einem Stoppschild genau halten?
Wo müssen Autofahrer bei einem Stoppschild genau halten?
Scheiben tönen: Das ist erlaubt und so geht's richtig
Scheiben tönen: Das ist erlaubt und so geht's richtig

Kommentare