Liebe geht durch den Wagen

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Italienischer Chic: Beim knuffigen Fiat 500 C lässt sich das Stoffdach bis weit hinunter ins Heck aufmachen.

Endlich drehen sich mal die Frauen nach mir um, denke ich, aber nein, es ist dann doch nur das Auto, das den Damen den Kopf verdreht.

Es ist ein Fiat 500 C mit Stoff- Schiebedach, das weit bis hinunter ins Heck reicht - wie 1957 beim ersten Fiat 500. Aber, na ja, ein Vollcabrio war das damals nicht und ist es heute nicht.

Doch wenn sich das Dach elektrisch auf Knopfdruck bis in den hintersten Winkel gefaltet hat, dann pustet der Wind ordentlich durchs Gehäuse. Ich fühle eine Art offene Geborgenheit - über mir der Himmel, aber seitlich bin ich geschützt, und nebenan bläst mir der Lkw-Auspuff nicht ins Gesicht.

Alles paletti! Frauen lieben angeblich den kleinen Italiener.

Aber die Sicht nach hinten über das gefaltete Dach hinweg ist sehr schlecht. Da müssen beim Rangieren die serienmäßigen akustischen Parksensoren helfen. Die Bedienung des Verdecks ist mühelos, die Heckscheibe ist aus Glas und beheizbar, und der Verdeckstoff ist fest und gut verarbeitet. Alles andere ist wie vom geschlossenen Fiat 500 gewohnt – also recht kleine Sitze, direkt im Blickfeld ein großes Rundinstrument, gut zur Hand liegende Schaltung.

Im Fond gibt es wenig Platz, dafür aber guten Stauraum dank asymmetrisch umklappbarer Rücksitzlehnen. Mit 182 Litern Volumen bietet der Kofferraum ähnlich viel Platz wie in der geschlossenen Version. Prutzelte beim alten Fiat 500 der Motor im Heck und trieb mit seinen anfangs nur 13 PS die Hinterräder an, so hat der neue 500 Frontmotor und –antrieb.

Alt und neu: Der Fiat 500 ist so oder so ein kleiner Hingucker.

Im Angebot stehen Ottomotoren mit 69 und 100 PS, sowie Diesel mit 75 und 95 PS. Wir fuhren den kleineren Diesel, der prima läuft und den 500 C 165 km/h schnell macht. Mit den 75 PS geht es flott voran, und der Common- Rail-Turbodiesel klingt im Leerlauf außen deutlich „dieseliger“ als im Inneren des kleinen Italieners. Der Verbrauch liegt bei günstigen 4,2 l/100 km (CO2 –Ausstoß 110 g/ km).

Das Fahrverhalten ist problemlos und sicher wie beim geschlossenen 500. Alles paletti, aber bei einer gemeinsamen Ausfahrt mit dem alten 500er eines Freundes klopfte das Herz dann doch noch ein paar Takte schneller.

Heute ist der alte, nur 2,97 Meter kurze Cinquecento, der ganz Italien mobilisiert hatte, ein Kultauto. Mit ihm fuhren nicht nur Papa und Mama, sondern nicht selten auch noch die Bambini und der Hund. Und alle waren froh, dass sie nicht mehr wie bisher alle zusammen auf der Vespa fahren mussten.

VerspielteArmaturen: Schön anzuschaun aber nicht immer gut ablesbar.

Und ich fühle, dass ein alter 500 in meiner Autosammlung fehlt – allein schon wegen der Erinnerung an das erste Auto und die erste Freundin. Damals lachte ich über den reichen Metzgersohn in unserem Dorf. Der hatte zwar eine dicke Limousine - aber keine Freundin. Die Suche nach einem alten 500 ist mühsam und teuer – die Suche nach einem neuen 500 C ist ganz einfach und beginnt bei 14 000 Euro, Diesel gibt es ab 16 000 Euro. Das ist für viel Fahrspaß, gute Technik und einen Hauch Nostalgie gut angelegt.

Jg Stratmann

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