Diese Modelle sind besonders gefährdet

Fernbedienungen geknackt: 100 Mio. Autos betroffen

München - Forscher haben eine massive Sicherheitslücke bei Funkfernbedienungen für Autos bemerkt: Die Modelle von 15 Herstellern lassen sich spurlos knacken. Welche Fabrikate besonders betroffen sind:

Das ist eine massive Sicherheitslücke: Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, haben Forscher aus Deutschland und Großbritannien die Funkfernbedienungen von Autos verschiedener Hersteller geknackt. Betroffen sind vor allem ältere Modelle und vor allem Modelle der Volkswagen AG, also VW und die Tochterfirmen Audi, Seat und Skoda. Das Fatale: Die Autos könnten von Dieben spurlos geöffnet werden, sofern sie Funksender zur Verfügung haben, wie sie das Team um Timo Kasper entwickelt hat.

Bei VW weiß man um den Misstand, sagt aber auf Rückfrage, dass dies nur auf die älteren Modelle zutreffe. Heißt im Klartext: Wer kein neues VW-Modell sein Eigen nennt, parkt gefährlich. Einen Rat für betroffenen Autobesitzer bleibt VW vorerst schuldig, eine Rückfrage des Rechercheverbundes von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung wurde bislang nicht beantwortet. Der Konzern wertet die Ergebnisse der Untersuchung, die auf einer Konferenz in Austin (Texas) vorgestellt werden, als rein wissenschaftlich, also praktisch nicht anwendbar. Auch nicht für Kriminelle? 

Wie die Süddeutsche Zeitung erfahren haben will, werde bereits gegen einen mutmaßlichen Autodieb ermittelt, der eine ähnliche Technik wie das Forschungsteam eingesetzt haben soll. Die Forscher schätzen, dass weltweit rund 100 Millionen Modelle auf diese Weise unbemerkt geöffnet werden können.

Diese Modelle sind betroffen:

Mutmaßlich betroffene Modelle der Volkswagen AG (jeweils ab Baujahr 1995) 

Audi: A1, Q3, S3, TT, R8 

VW: Amarok, Beetle, Bora, Caddy, Crafter, Eos, Fox, Golf 4, Golf 5, Golf 6, Golf Plus, Jetta, Lupo, Passat, Polo, Transporter T4, Transporter T5, Scirocco, Sharan, Tiguan, Touran, Up/e-Up 

Seat: Alhambra, Altea, Arosa, Cordoba, Ibiza, Leon, MII, Toledo 

Skoda: City Go, Roomster, Fabia 1, Fabia 2, Octavia, SuperB, Yeti

Mutmaßlich betroffene Modelle mit NXP-Chips: 

Fiat: Punto (Typ 188), 500, Abarth 500, Bravo, Doblo, Ducato, Fiorino, Grande Punto, Panda, Punto Evo, Qubo 

Alfa Romeo: Guilietta (Typ 940) 

Lancia: Delta (Typ 844), Musa 

Mitsubishi: Colt (Z30) Citroen: Nemo, Jumper 

Opel: Astra (Modell H), Corsa (Modell D), Vectra (Modell C), Combo, Meriva, Zafira 

Ford: Ka (RU8) 

Dacia: Logan II, Duster 

Renault: Clio, Modus, Trafic, Twingo, Master 

Nissan: Micra, Pathfinder, Navara, Note, Qashqai, X-Trail 

Peugeot: Boxer, Expert, 207

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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