Heiseres Halleluja: Fiat 500C TwinAir

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Heiseres Halleluja: Fiat 500C TwinAir

Mit dem 500er hat Fiat eine Legende wiederbelebt. Den Designern ist das Kunststück gelungen, charakteristische Eigenschaften des von den fünfziger bis in die siebziger Jahre gebauten Unikums in zeitgemäße und attraktive Form zu bringen.

Dass man auch technisch aus der Vergangenheit lernen kann, beweist die Renaissance des Zweizylindermotors, schon vor fünf Jahrzehnten im Nuova 500 erhältlich, der nun neue Maßstäbe in Sachen Effizienz setzt. Und mit dem Faltschiebedach, das die 500C-Version zum Cabrio macht, ist noch ein Sahnehäubchen obendrauf gesetzt worden.

Fiat 500C TwinAir

Hubraum: 875 ccm

Leistung: 63 kw/85 PS

0-100 km/h: 11,5 s

Spitz: 173 km/h

Verbrauch: 4,1 l/100 km

CO2-Emissionen: 95 g/km

Preis: ab 17.700 Euro

Den kaum halblitergroßen Parallel-Twin von damals und das heutige Aggregat trennen technisch Welten, doch haben die Turiner Nostalgiker zumindest in Sachen Motor-Sound ganze Arbeit geleistet. Wer schon einmal das Vergnügen hatte, im alten 500er mitzufahren, wird hier auf Anhieb von sentimentalen Gefühlen beschlichen. Zumal der vorn quer eingebaute Turbo mit Leistung nicht hinter dem Berg hält und seine 85 PS drehfreudig auf die Straße bringt – begleitet von einem heiseren Halleluja.

Lässt man den wendigen und dank seiner Abmessungen ideal für den Stadtverkehr geeigneten Italiener derart jubeln, hat das einen durchschnittlichen Verbrauch von mindestens 7,6 Litern zur Folge – trotz serienmäßigem Start-Stopp-System. Sparsamen Naturen dürfte der Eco-Modus entgegenkommen, der die Gasannahme radikal kastriert. Die Prüfstandswerte sind dann zwar eher in Sichtweite, die Taste am Armaturenbrett hat aber die Bezeichnung „Spaßbremse“ vollauf verdient.

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Eine knappe Mass Hubraum

Souverän das Fahrverhalten des frontgetriebenen Minis, der seine Insassen recht komfortabel auch über schlechte Straßen trägt. Die Sitze sind hinreichend bequem, bieten große Verstellradien, aber kaum Oberschenkelauflage, was vor allem auf längeren Strecken unangenehm auffällt. Überraschend viel Kopf- und Kniefreiheit gibt es im Fond, den man trotz Easy-Entry-Funktion der Vordersitze jedoch mühsam erobern muss.

Dass der 3,50-Meter-Zwerg kein Transport-Riese ist, versteht sich von selbst. Alltagstauglich ist der 182 Liter große Kofferraum dennoch, wenn der Einkauf nicht gerade im Möbelhaus stattfindet. In solchen Fällen lassen sich Engpässe mit den umklappbaren Rückenlehnen überbrücken, der Kofferraum wächst dann auf 520 Liter.

Openair-Gefühl bietet die „Bella Macchina“ in 16 Sekunden. So viel Zeit vergeht, bis sich das textile Faltdach nach Betätigen der Fernbedienung oder einer Taste im Innenraum elektrisch geöffnet hat. Die Mittelstellung, ähnlich einem Schiebedach, ist nicht zu empfehlen. Schon Fahrten auf der Landstraße werden wegen der starken Verwirbelungen zur Tortur für die Ohren. Lieber sollte man das Dach ganz bis zum Spoiler öffnen, dann bietet die beheizbare Glasheckscheibe noch ein bisschen Aussicht nach hinten. Die ganz verschwindet, wenn das Verdeck komplett über dem Kofferraumdeckel zusammengefaltet wird.

Nicht von ungefähr haben die TwinAir-Modelle serienmäßig Parksensoren an Bord. Gleiches gilt für Front-, Seiten-, Kopf- und Fahrerknie-Airbags sowie Tagfahrlicht, Klimaanlage, Fensterheber, Multifunktionslenkrad, Leichtmetallfelgen und CD-Radio. ESP kostet 350 Euro Aufpreis – in solchen Preisregionen eigentlich ein Unding.

Von Carsten Müller

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