Honda Civic: Im Windschatten

+
Hondas Civic zählt zu den etablierten Vertretern in der schwer umkämpften Golf-Klasse.

Wenn es um kompakte fahrbare Untersätze geht, ist der Wolfsburger Golf das Maß aller Dinge. Doch in seinem Windschatten lässt es sich ganz gut leben.

Honda Civic 1.8

Leistung: 103 kW/140 PS

0-100 km/h: 8,9 s

Spitze: 205 km/h

Verbrauch: 6,7 l

CO2: 155 g/km

Preis: ab 24.190 Euro

Das weist zumindest der Honda Civic 1.8 Executive nach, kein Uniformträger – wie in dieser Klasse üblich –, sondern ein ansehnliches Fahrzeug, mit kultivierter Motorleistung, auch im Preis dem Volkswagen-Primus nahezu ebenbürtig. Obwohl beim Japaner aus Offenbach in Sachen Ausstattung serienmäßig mehr los ist.
Ob nun Van, Crossover, Hybrid- oder Autogas-Antrieb: Bei derzeitiger automobiler Vielfalt ist es einfach erfrischend, wieder einmal ein „normales“ Volumenmodell zu fahren. Wenn auch das Design des Civic, ein 4,35 Meter langer Viertürer mit weit runter reichender Heckklappe, den üblichen Rahmen etwas sprengt. Kurze Überhänge, eine betonte Keillinie – auf Anhieb meint man, einen sportlichen Zweitürer in Augenschein genommen zu haben. Doch auf den zweiten Blick entdeckt man auch die Griffe der hinteren Türen, wie beim Alfa im Fensterrahmen versteckt. Zwei dreieckige Auspuff-Endrohre sind in die Karosserie eingebaut, auch so ein Zeichen sportlichen Ehrgeizes.

Durch Dick und Dünn brauchte der flotte Civic im Test 8,4 Liter.

Viel Raum gibt es innen, selbst hinter der Frontscheibe fürs Armaturenbrett, originell genutzt: Die Geschwindigkeit wird auf einer digitalen Anzeige über dem Lenkrad angezeigt, alle anderen Informationen bekommt der Fahrer durchs Steuerrad hindurch. Rot, schwarz und weiß leuchtet es da nachts, mittig ist der Navi-Bildschirm. Selbst Hinterbänkler haben in dem Kompakten noch einigermaßen Platz, dessen unterteilter Kofferraum 465 Liter fasst und durch Versenken der hinteren Sitze wie üblich erweitert werden kann. Leider ist die Sicht nach hinten durch den eingebauten Spoiler ein wenig eingeschränkt. Das bleibt gewöhnungsbedürftig.

Der 1,8 Liter Benziner leistet 103 KW (140 PS), geht recht munter zur Sache und tönt dabei sogar noch kultiviert. Für leichte Überholsprints ist der Motor ebenso geeignet wie für schnelles Fahren auf der Autobahn. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei immerhin 205 km/h – noch vor wenigen Jahren war das mal ein Golf-GTI-Wert. Das moderne Sechsgang-Getriebe arbeitet ebenso zuverlässig wie die angenehm direkte Lenkung. Ein sportlich abgestimmtes Fahrwerk lädt zur schnellen Kurvenfahrt ein, die schlimmstenfalls der elektronische Stabilisator ausbügelt, einer der vielen Sicherheitskomponenten.

Durch Dick und Dünn brauchte der flotte Civic im Test 8,4 Liter, ein ordentlicher Wert für den Benziner. Zur Executive-Ausstattung gehören auch Klimaautomatik, Regensensor und Einparkhilfe hinten sowie Xenon-Licht mit automatischer Leuchtweiten-Regelung. Das aufwändige DVD-Navigationssystem schlägt nochmal mit 2.700 Euro zu Buche, die Lederausstattung des Testwagens mit 1 400 Euro, die Metallic/Pearl-Lackierung mit 480 Euro und die bei diesen Sichtverhältnissen hilfreiche Rückfahrkamera mit 526 Euro. So kam der Testwagen auf stolze 31.198 Euro – kein Allerweltsauto also in einem Allerweltssegement.

KLAUS ACKERMANN

Auch interessant

Meistgelesen

Tourbus unter dem Hammer: Reisen wie einst die Kelly Family?
Tourbus unter dem Hammer: Reisen wie einst die Kelly Family?
Von der Masse abheben: Autofolien für Lackierung auf Zeit
Von der Masse abheben: Autofolien für Lackierung auf Zeit
Porsche Panamera Sport Turismo im Test: Der Eil-Transporter
Porsche Panamera Sport Turismo im Test: Der Eil-Transporter
Tuning: Was ist erlaubt, was nicht?
Tuning: Was ist erlaubt, was nicht?

Kommentare