Irrsinn? Vignette für deutsche Straßen

+
Laut ADAC-Studie würde unterm Strich eine netzweite Maut zu einem Rückgang der Fahrleistungen führen und die Gesellschaft insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro kosten.

In vielen europäischen Ländern zahlen die Autofahrer Maut. In Deutschland gibt's noch keine Vignette und immer wieder entfacht eine Diskussion. Nun hat der ADAC untersucht, was es uns kosten würde.

Mit der Einführung einer Pkw-Maut in Deutschland würde auf die Autofahrer eine gewaltige Kostenlawine zu rollen. Dies zeigt eine aktuelle ADAC-Studie zu den Auswirkungen einer möglichen Straßenbenutzungsgebühr.

Danach würde bei einer streckenabhängigen netzweiten Maut und einem Kilometerpreis von fünf Cent die jährliche finanzielle Belastung für jeden Autofahrer um bis zu 700 Euro steigen. Insgesamt würden sich die Einnahmen aus einer Pkw-Maut auf jährlich 25 Milliarden Euro belaufen. Erstellt wurde die Untersuchung von der Universität Köln im Auftrag des ADAC. Im Mittelpunkt der verkehrs- und wirtschaftspolitischen Bewertung verschiedener Gebührenszenarien steht neben der elektronischen Kilometermaut die Pkw-Autobahnvignette.

„Mit vernünftiger Verkehrspolitik ist eine Pkw-Maut nicht vereinbar, das bestätigt die Studie eindeutig“, so ADAC-Vizepräsident für Verkehr Ulrich Klaus Becker. „Die dramatische Verteuerung wird dazu führen, dass viele Menschen teilweise auf ihre Mobilität verzichten müssen. Dies ist für den ADAC nicht hinnehmbar.“

Pickerl für Österreich, Schweiz und Tschechien

Pickerl für Österreich, Schweiz und Tschechien Autobahngebühr Motorrrad Auto Maut
Ab dem 1. Februar 2010 gelten neue Pickerl in Österreich, Schweiz und Tschechien. So sieht die neue Vignette für Österreich aus. © ADAC
Pickerl für Österreich, Schweiz und Tschechien Autobahngebühr Motorrrad Auto Maut
Und das kostet die Vignette. © ADAC
Pickerl für Österreich, Schweiz und Tschechien Autobahngebühr Motorrrad Auto Maut
 © ADAC
Pickerl für Österreich, Schweiz und Tschechien Autobahngebühr Motorrrad Auto Maut
 © ADAC
Pickerl für Österreich, Schweiz und Tschechien Autobahngebühr Motorrrad Auto Maut
 © ADAC
Pickerl für Österreich, Schweiz und Tschechien Autobahngebühr Motorrrad Auto Maut
 © ADAC
Pickerl für Österreich, Schweiz und Tschechien Autobahngebühr Motorrrad Auto Maut
 © ADAC
Pickerl für Österreich, Schweiz und Tschechien Autobahngebühr Motorrrad Auto Maut
Das ist die Vignette 2010 für die Schweiz. © ADAC
Pickerl für Österreich, Schweiz und Tschechien Autobahngebühr Motorrrad Auto Maut
Ohne gültige Vignette droht in der Schweiz eine Geldbuße von 65 Euro. © ADAC
Pickerl für Österreich, Schweiz und Tschechien Autobahngebühr Motorrrad Auto Maut
Die Vignette für Tschechien. Wer auf der Autobahn oder mautpflichtigen Schnellstraße ohne Vignette unterwegs ist, muss im Extremfall mit einer Geldstrafe von 3000 Euro rechnen. © ADAC
Pickerl für Österreich, Schweiz und Tschechien Autobahngebühr Motorrrad Auto Maut
 © ADAC
Pickerl für Österreich, Schweiz und Tschechien Autobahngebühr Motorrrad Auto Maut
 © ADAC
Pickerl für Österreich, Schweiz und Tschechien Autobahngebühr Motorrrad Auto Maut
Die Vignette an die Innenseite der Windschutzscheibe, etwa am linken Rand, oder hinter den Rückspiegel geklebt werden. © ADAC
Pickerl für Österreich, Schweiz und Tschechien Autobahngebühr Motorrrad Auto Maut
Das Anbringen auf einer nicht versenkbaren, linken vorderen Seitenscheibe ist laut Mautordnung nicht gestattet. © ADAC

Die Studie zeigt, dass alle untersuchten Szenarien einer Pkw-Maut eine klar negative volkswirtschaftliche Nutzen-Kosten-Bilanz aufweisen. Berücksichtigt wurden bei der Untersuchung neben den System- und Erhebungskosten unter anderem die Unfall- und Zeitkosten. Unterm Strich würde eine netzweite Maut zu einem Rückgang der Fahrleistungen führen und die Gesellschaft insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro kosten.

Auch die gesamte Volkswirtschaft würde massiv geschädigt. Laut Club wäre bei Einführung einer Pkw-Maut unter anderem mit einem Anstieg der Inflationsrate um 0,9 Prozent zu rechnen. In der Automobilindustrie müsste man sich auf einen Verlust von 25 000 Arbeitsplätzen einstellen, da aufgrund der niedrigeren Fahrleistungen Autokäufe verschoben würden.

Bei der Sache? Die Sünden hinterm Steuer

Die schlimmsten Sünden hinterm Steuer
Eine Umfrage der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung hat ergeben, was Autofahrer hinterm Steuer ablenkt. © dpa
Die schlimmsten Sünden hinterm Steuer
Wenig überraschend ist, dass sich 92 Prozent mit ihrem Beifahrer unterhalten... © dpa
Die schlimmsten Sünden hinterm Steuer
...ob dabei auch in voller Fahrt gestritten wird, und ob das Autofahrer ablenkt, ist aus der Umfrage leider nicht ersichtlich. © dpa
Die schlimmsten Sünden hinterm Steuer
Jeder zehnte Autofahrer kümmert sich während der Fahrt um die Körperpflege. © dpa
Die schlimmsten Sünden hinterm Steuer
Männer rasieren sich während der Fahrt.  © dpa
Die schlimmsten Sünden hinterm Steuer
Wimperntuschen oder... © dpa
Die schlimmsten Sünden hinterm Steuer
...Lidschatten werden auch hinterm Steuer aufgetragen.  © dpa
Die schlimmsten Sünden hinterm Steuer
82 Prozent bedienen das Radio. © dpa
Die schlimmsten Sünden hinterm Steuer
Doch jeder vierte Autofahrer bedient während der Fahrt das Navigationsgerät. © dpa
Die schlimmsten Sünden hinterm Steuer
Jeder Fünfte telefoniert oder tippt eine SMS.  © dpa
Die schlimmsten Sünden hinterm Steuer
Eine Zigarette qualmen 14 Prozent hinterm Steuer. © dpa
Die schlimmsten Sünden hinterm Steuer
Fast jeder Zweite isst oder... © dpa
Die schlimmsten Sünden hinterm Steuer
...trinkt im Auto. Gerade junge Autofahrer sind demnach unterwegs häufig abgelenkt. © dpa
Die schlimmsten Sünden hinterm Steuer
Auch wenn es unbequem sein mag - sicherer ist: Rechts ran fahren und den Wagen abstellen oder auf Autobahnen einen Rastplatz aufsuchen, um sich zu orientieren oder zu telefonieren. © dpa

Die elektronische Maut würde dem Staat zwar Einnahmen in Höhe von 25 Milliarden Euro bescheren. Abzuziehen wären jedoch unter anderem die Betriebskosten sowie Mindereinnahmen bei der Energie- und Mehrwertsteuer aufgrund geringerer Fahrleistungen.

Dies würde die Einnahmen soweit schmälern, dass lediglich 4 bis 5 Milliarden Euro bzw. 20 Prozent pro Jahr übrigblieben. ADAC-Vizepräsident Becker: „Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung die Debatte um die Mauteinführung mit einem unmissverständlichen ’Nein’ beendet. Wer für gesellschaftlichen Wohlstand und für Flexibilität in der Arbeitswelt eintritt, der sollte das Thema Pkw-Maut endgültig begraben.“

ADAC

Auch interessant

Meistgelesen

Diesel-Krise: Umtauschen oder nachrüsten? Das rät der Experte
Diesel-Krise: Umtauschen oder nachrüsten? Das rät der Experte
Wissen Sie, wie groß Sicherheitsabstand auf der Autobahn sein muss? Wir verraten es Ihnen
Wissen Sie, wie groß Sicherheitsabstand auf der Autobahn sein muss? Wir verraten es Ihnen
Heiße Schlitten, starke Frau: Das ist die neue Miss Tuning - hier sind die Bilder
Heiße Schlitten, starke Frau: Das ist die neue Miss Tuning - hier sind die Bilder
Autoscheiben von innen reinigen: So gelingt's ganz sicher
Autoscheiben von innen reinigen: So gelingt's ganz sicher

Kommentare