Die Katze erobert neues Revier

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Auf dem Sprung: In 8,0 Sekunden von 0 auf 100 km/. Spitze fährt der Jaguar XF 2.2 D Tempo 225.

Die Aussage hätte noch vor ein paar Jahren niemand von Jaguar erwartet: „Dies ist der sparsamste Motor der Jaguar-Geschichte.“ Doch Marken ändern sich mit der Zeit, mit dem neuen Besitzer und dessen Management.

Der effektive Umgang mit Treibstoff bewegt alle, eben auch solche, die Jaguars bauen und fahren. Aber muss es gleich ein Vierzylinder sein und dann auch noch ein Diesel?

Genau dieser Frage gingen wir jetzt in einem Jaguar XF mit dem 2,2-Liter-Diesel nach. Dass die Briten für die Vorstellung ihres Modelljahrgangs 2012 ausgerechnet Bayern wählten, spricht für das neue und starke Selbstbewusstsein der Traditionsmarke. Technologie, Design und gerade auch die Qualität der aktuellen Modelle, seien so – war aus berufenem Jaguar-Munde zu hören –, dass man sich nach Süddeutschland traue, wo die Premiummarken daheim sind.

Zum Beweis der neuen Sparsamkeit beim Verbrauch auch bei Luxuslimousinen ließ Jaguar einen XF 2,2 D mit 64 Litern Kraftstoff an Bord im Jaguar-Werk Castle Bromwich zum Flughafen München, in eine Höhle der Premium-Löwen starten. Nach 1313 Kilometern mit einem Schnitt von 80 km/h erreichte der XF den Flughafen. Sein Durchschnittsverbrauch auf der Strecke lag also bei fünf Litern auf 100 km.

Die technischen Unterlagen bescheinigen dem kleinen der Jaguar-Diesel einen Durchschnittsverbrauch von 5,4 Litern, was einer Kohlendioxidemission von 149 Gramm je Kilometer entspricht. Bei unserer Tour auf Autobahnen und kurvenreichen Bergstraßen an den Tegernsee brauchten wir 6,9 Liter auf 100 km.

Jaguar XF 2.2 D

Länge x Breite x Höhe (in m): 4,96 x 1,88 x 1,48

Motor: Vier-Zylinder-Diesel, 2179 ccm, Turbo, Direkteinspritzung

Leistung: 140 kW / 190 PS bei 3500 U/min

Maximales Drehmoment: 450 Nm bei 2000 U/min

Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 8 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h

Verbrauch (Schnitt nach EU-Norm): 5,4 Liter (149 g C02/km) Euro 5

Wendekreis: 11,48 m

Leergewicht / Zuladung: 1745 kg / 575 kg offerraumvolumen: 500 l

Reifen: 245/45 R 18

Basispreis: 44.900 Euro

Verbrauch kann einen Jaguar allerdings nicht allein zum Erfolg führen. Die Leistung muss ebenfalls stimmen. Der 2,2-Liter-Diesel, dessen Grundmotor vom französischen PSA-Konzern stammt und auch schon in Land Rover-Modellen arbeitet, wird beim XF erstmals längs eingebaut. Das gab den Ingenieuren eine passende Gelegenheit, sich mit seinen Feinheiten bei innerer Reibung und bei der Geräuschentwicklung zu befassen – beides offenbar mit Erfolg, wie unsere Testtour zeigte.

Seine Höchstleistung von 140 kW / 190 PS entwickelt der direkteinspritzende Turbomotor bei 3500 Umdrehungen pro Minute (U/min), sein maximales Drehmoment von 450 Nm in einem schmalen Band ab 2000 U/min. Mehr Breite braucht es nicht, weil die Acht-Gang-Automatik von ZF genügend Spreizung anbietet und schon deswegen immer ausreichend Vortrieb zur Verfügung steht, weil das Getriebe beim Schalten auch Gänge überspringen kann. Wer mag, kann der Automatik auch mit den Schaltpaddles am dreispeichigen Multifunktionslenkrad nachhelfen.

In dieser Kombination von Motor und Getriebe kommt zu keiner Zeit der Eindruck auf, dieser Jaguar könne etwa untermotorisiert sein. Mehr als die Werte – 8,0 Sekunden für 0 auf 100 km/; Höchstgeschwindigkeit 225 km/h – vermitteln der spürbar kraftvolle Antritt, das gleichmäßige Hochdrehen mit erstaunlich niedriger und gar nicht an einen Diesel erinnernden Geräuschkulisse das Gefühl, ein Kraftpaket zu beherrschen. Zusammen mit der direkten, präzisen Lenkung und dem Fahrwerk mit seiner straffen und dennoch komfortablen Arbeitsweise und dem Hinterradantrieb bietet der kleine Diesel bereits das agile Fahren, wie man es von einem Luxus-Sportler erwartet.

Große Lufteinlässe und geschwungene Scheinwerfer: Ab September ist der Jaguar XF 2.2 D für 44.900 Euro.

Schön, auch beim XF geht noch viel mehr, mit den Drei-Liter-Dieseln und den Fünf-Liter-Achtzylindern. Aber mit dem Vier-Zylinder-Diesel kann sich Jaguar einen Markt erschließen, der ihm mit den Sechs- und Achtzylindern bisher verschlossen war. Selbst im Flottengeschäft kann man sich diesen XF nun vorstellen, wenigstens bei kleinen Flotten.

Jedermann weiß, wie sehr die Flottenmanager auf Qualität achten. Bei den aktuellen Jaguar-Modellen werden sie überrascht sein, wie groß der Unterschied zwischen dem alten Jaguar-Image in Sachen Qualität und den neuen Modellen heute ausfällt, nicht nur bei den Materialien, sondern auch bei der Verarbeitung.

Jaguar E Type - eine Autolegende

Jaguar E Type - eine Autolegende
Jaguar E-Type 86 PJ Lightweight. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Die Enthüllung des Jaguar E-Type im März 1961 auf dem Genfer Autosalon war eine Sensation. Der E-Type wurde am 15. März 1961 im Genfer Restaurant du Parc des Eaux Vives der Weltpresse vorgestellt. Von den Anfragen elektrisierter Medienvertreter nach Demonstrationsfahrten auf einem nahegelegenen Bergstück bestürmt, beorderte Jaguar-Gründer Sir William Lyons seinen Chef-Testfahrer Norman Dewis mit einem weiteren E-Type in einer Nachtfahrt von Coventry in die Schweiz. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Sogar Enzo Ferrari gestand in Genf ein, dass es "das schönste Auto der Welt" sei. © Jaguar
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Die aerodynamisch perfekt gestaltete Karosserie des E-Type war das Werk des gelernten Luftfahrtingenieurs Malcolm Sayer, der seine Genialität als Designer zuvor bereits bei den Le Mans Siegerautos C- und D-Type unter Beweis gestellt hatte. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Bei seinem Erscheinen kostete der E-Type £2.256, inklusive Steuer und Speichenrädern als unverzichtbares Extra. Das entspricht einem heutigen Preis von gerade einmal £38,000. Der Preis für das Cabriolet betrug in Deutschland seinerzeit DM 25.000, für das Coupé DM 26.000. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Mit der ästhetischen Perfektion seiner Proportionen und der einzigartigen Linienführung hat der E-Type Stylinggeschichte geschrieben und steht seit 1996 sogar als Dauerexponat im New Yorker Museum of Modern Art. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Jaguar E-Type 86 PJ Lightweight © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Jaguar E-Type E2A-Prototype © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Jaguar E-Type E2A-Prototype © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Jaguar E-Type Modern Racer © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Bumper Blade © Jaguar
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E-Type Series I California © Jaguar
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E-Type Series I Coupe © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Coupe © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Las Vegas © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
 © Jaguar
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Jaguar E-Type Owners Handbooks © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Production Ledger © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Production Ledger © Jaguar
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E-Type Series I Dashboard © Jaguar
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E-Type Series I Dashboard USA © Jaguar
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E-Type Series I Las Vegas © Jaguar
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E-Type Series I Nevada Desert © Jaguar
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E-Type Series I Open Two Seater. © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I OTS © Jaguar
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E-Type Series I OTS Cabin © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I OTS Rear © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Steering Wheel Boss © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type SeriesI Straight-Six © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
E-Type Series I Wire Wheel © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
Final E-Type © Jaguar
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Final E-Type © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
First E-Type 77RW © Jaguar
Jaguar E Type - eine Autolegende
First E-Type 77RW © Jaguar

Auch der 2.2-Liter-XF bekommt für den Modelljahrgang 2012, der ab September nach Deutschland kommt, die komplette Modellpflege für das Modelljahr 2012 mit. Sein Äußeres nähert sich eher dem des Flaggschiffs XJ an. Der niedrigere Grill, die gegliederte Motorhaube, die tiefer heruntergezogene Frontpartie mit größeren Lufteinlässen und die geschwungenen neuen Scheinwerfern verpassen dem XF nun ein aggressiveres Gesicht. Innen setzt sich der Feinschliff mit vielen kleinen Änderungen Arbeit am Design und an der Ausstattung erkennbar fort. Bei den Spitzenversionen mit dem hohen Anteil an gut gestaltetem und gut verarbeitetem Leder entsteht eine Atmosphäre, die an die alte englische Art erinnert, handwerkliche Meisterschaft zu zeigen.

Peter Schwerdtmann

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