In die Reihe gebracht

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Unser Motorrad-Tester Volker Pfau

Das Jahr 2012 ist das Jahr der Großenduros. Käufer können unter einem Dutzend verschiedener Funbikes auswählen, die alle versprechen, für jeden gewünschten Zweirad-Einsatz tauglich zu sein...

...von der kurzen Spritztour bis zur Langstrecke, von der Kurvenwetzerei bis zur Hatz über die Autobahn, vom Solovergnügen bis hin zur Urlaubsreise mit Sozius und viel Gepäck. Und notfalls tauglich für die Fahrt über Stock und Stein. Kawasaki schickt nun mit der Versys 1000 die bislang einzige Reise-Enduro mit einem Reihenvierzylinder an den Start.

Kawasaki entpuppt sich als tourentaugliches Allroundbike

Der Motor mit 1043 ccm Hubraum werkelte bis dato mit mehr als ansprechenden Leistungsdaten in der Z 1000. Für das tourentaugliche Allroundbike wurden die Leistung von 139 auf 118 PS (102 kW/87 kW) und das maximale Drehmoment von 110 auf 102 Nm reduziert, schließlich zählt hier nicht der brachiale Vorwärtsdrang, sondern gleichmäßige Power in möglichst allen Lebenslagen. Vierzylindertypisch muss allerdings die Nadel des Drehzahlmessers schon die 6000er-Marke überschreiten, um so etwas wie Temperament zu entwickeln und die 239 Kilogramm schwere Japanerin halbwegs zügig vorwärtszubringen. Dann allerdings kribbeln leichte Vibrationen in den Griffgummis. Dank relativ niedriger Sitzposition (83 cm), breitem Lenker und gut erreichbaren, funktionellen Schaltern und übersichtlichem Instrumentarium kann sich der Pilot voll und ganz aufs Fahren konzentrieren. 220 Kilogramm Zuladung, zwei per Knopfdruck verstellbare Motormappings (volle Leistung bzw. Regenmodus mit rund 70 Prozent Leistung), die manuell verstellbare Windschutzscheibe und die serienmäßige Traktionskontrolle machen die Versys 1000 zur variabel einsetzbaren Fahrmaschine. Da sich die Kawasaki obendrein souverän auf der Autobahn (Vmax 226 km/h) und handlich durchs Kurvengeschlängel bewegen lässt und die Bremsen (ABS ist serienmäßig) ordentlich verzögern, sammelt die japanische Reiseenduro auch hier Pluspunkte.

Übersichtliches Instrumentarium im Cockpit

Der von uns ermittelte recht hohe Verbrauch von 6,2 Litern Super auf 100 Kilometer relativiert sich etwas dadurch, dass unser Testexemplar mit einem recht breit bauenden Koffersystem (2 mal 35 Liter, 796 Euro Aufpreis) ausgestattet war. Dank 21-Liter-Tank sind auch so noch Etappen von theoretisch 338 Kilometer möglich, bei dezenterer Fahrweise kommt man locker über 400 Kilometer. Dass es für die 11.995 Euro teure kettengetriebene Kawasaki Versys 1000 aber keinen Hauptständer gibt, ist echt ärgerlich. Das müssten die Japaner noch auf die Reihe bringen.

Volker Pfau

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